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Henning Schunk

    Arrians Indiké
    • 2019

      Arrians Indiké

      Eine Untersuchung der Darstellungstechnik

      Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert verfasste Flavius Arrianus eine Geschichte Alexanders d. Gr. (Anabasis) und schloss ein Werk über Indien (Indiké) an, das geographische und ethnographische Informationen (Ekbolé) mit der Schilderung der Flottenfahrt des Nearchos (Paráplous) verband. Arrianus behauptet, er folge dem (heute verlorenen) Fahrtenbericht, den Nearch etwa 500 Jahre zuvor über seine Reise von Indien nach Mesopotamien im Auftrag Alexanders verfasst hatte. Dies führte dazu, dass der Fahrtenbericht in der Moderne als Werk Nearchs angesehen wurde, das Arrian mehr oder weniger wortgetreu übernommen habe. Henning Schunk wendet sich in seiner philologisch-literaturwissenschaftlichen Untersuchung gegen diese Kompilationsthese und beleuchtet die Originalität der Schrift sowie Arrians Umgang mit seinen Quellen. Die Studie vergleicht Arrians literarische Techniken im Paráplous der Indiké mit dem literarischen Charakter seiner Anabasis. Schunk zeigt, dass auch der Paráplous eine literarische Komposition Arrians ist, und interpretiert nach dem Prinzip des „close reading“. Er stellt intertextuelle Bezüge her, analysiert den Adressatenkreis und die literarische Gattung und fragt nach der Autorenintention. Durch die Herausarbeitung der Bezüge zu Herodot, Thukydides, Xenophon und Homer zeigt Schunk, dass sich Arrian bewusst in historiographische Traditionen einordnet.

      Arrians Indiké