Drewermann betont, dass gerechte Ordnung nicht durch Gewalt erreicht werden kann. Er kritisiert den Wahnsinn von Kriegen, insbesondere in Afghanistan und im Irak, und stellt die Frage nach der Legitimität von Gewalt gegen "die Bösen" im Kontext der Menschenrechte.
Europas meistgelesener Theologe erklärt sein Denken Seine Thesen haben zum erbitterten Konflikt mit der katholischen Kirche geführt. Am Ende stand sein Rauswurf als Hochschullehrer und Priester. Wie kaum einem anderen Theologen gelingt es Drewermann, den Sinn des christlichen Glaubens in einfachen Worten zu erschließen. Durch sein therapeutisches Verständnis von Religion hat er vielen Menschen zu einer neuen, lebensbejahenden Glaubenspraxis verholfen. Zum 70. Geburtstag blickt Drewermann auf seinen Lebensweg zurück und erläutert seine wichtigsten Themen.
Wäre es nicht zum Wohle der Gesellschaft besser, Menschen kämen ohne Religion aus? Im Gespräch mit dem Publizisten Jürgen Hoeren ist Eugen Drewermann überzeugt: Der gegenwärtig im Namen der Religion geführte »Krieg der Kulturen« darf nicht weitergehen. Aufgabe der Religion ist, zu integrieren, nicht zu spalten oder zu verletzen. Die Menschen brauchen Religion dringlicher denn je, weil die Naturwissenschaften die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher und Wohin nicht beantworten können. "Die Religion in all ihren Formen ist notwendig, weil mit dem Menschsein ein Problem auftaucht, das in der gesamten Natur keine Lösung findet. Nur die Religion kann dem einzelnen Menschen sagen, dass er berechtigt ist zu sein. Das Universum meint ihn nicht, dem Kosmos ist sein Dasein gleichgültig, und die Gesellschaft interessiert sich für ihn allenfalls als Produzenten und Reproduzenten. Nur die Religion versichert dem Menschen, dass da ein Gott sei, der möchte, dass es ihn gibt, der bei ihm ist in den Stunden der Einsamkeit und dessen Güte die Sinnlosigkeit und die Schuld aus unserem Leben nimmt. Die Religion verhilft zu einem Vertrauen, das den elenden »Kampf ums Dasein« erübrigt und uns anziehen lässt den »neuen Menschen«, um mit dem Apostel Paulus zu sprechen. Endlich verlassen wir den Schlachthof der Geschichte, in dem wir uns allzu lange gequält und geplagt haben." (Eugen Drewermann)
Papst der Einheit und der Glaubenskriege Mit einer Einführung von Hans Küng Mit einem Beitrag von Winfried Humpert
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Der 11. November 1417 ist in die Kirchengeschichte eingegangen: Auf deutschem Boden wurde im Rahmen des Konstanzer Konzils ein Papst gewählt – ein Unikum bis heute. Die Wahl des einzigartig zusammengesetzten Konklaves fiel auf den Kardinal und Juristen Oddo Colonna, der sich Martin V. nannte und als erster Papst der Renaissance gilt. Das Schisma, das die Christenheit in drei Parteien gespalten hatte, war beendet, groß war die Hoffnung auf einen Neuanfang der Kirche. Wer war dieser Oddo Colonna? Warum wurde gerade er zum Papst gewählt? War er ein Papst der Reformen? Oder ging es ihm vor allem um das Wiedererstarken des Kirchenstaates? Wie sehr wurde er durch die Hussitenkriege gebunden? Anschaulich wie eindrücklich zeichnet das reich bebilderte Buch die Lebens- und Wirkspuren Martins V. nach. Es erörtert die mühsamen Schritte im Ringen um Reformen, liefert einen Abriss der wichtigsten kirchengeschichtlichen Ereignisse des 15. Jahrhunderts und ergründet eingehend, wie statt Reformen die Reformation Wirklichkeit werden konnte.
Ein neuer Blick auf den schwarzen Kontinent: Hier liegt nicht nur die Wiege der Menschheit. Seine faszinierende Gegenwart ist geprägt von vitalen kulturellen Aufbrüchen und neuen Entwicklungen.
Jan Hus kritisiert das Machtstreben und die Habgier der Kirche seiner Zeit; er stellt Christus über das Papsttum. Beim Konzil von Konstanz wird seine Lehre verurteilt, 1415 wird er als Ketzer verbrannt. Im Gespräch zwischen Jürgen Hoeren und Eugen Drewermann zeigt sich, wie überraschend aktuell der Wegbereiter Martin Luthers denkt. Er fordert eine Kirche auf Seiten der Armen, setzt auf Vernunft gegen den Aberglauben, gegenüber bloßem Gehorsam betont er den Wert der Gewissensentscheidung. So wird Geschichte bedeutsam für heute