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Sauerland

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"Ich muss verr�ckt sein, noch hier zu sein," denkt er. "Ich muss verr�ckt sein, hier weg zu gehen," denkt sie und kam als Fl�chtling �bers Wasser nicht des Mittelmeers sondern der Irrsee. Zeit ihres Lebens glaubte sie an ein Missverst�ndnis und harrte einer Korrektur, schien nie ganz bei der Sache.Noch weniger kam ihre Tochter zurecht, hat von der Flucht sich nie ganz erholt und z�hlt bis heute zu den scheuen Waldtieren, die heimatlos im Unterholz hausen und Rei�aus nehmen, sobald irgendwo unterm Absatz ein Ast knackt.Ja, noch der Enkel misst die Heimat, die er gar nicht kennt, auch wenn er ahnt, dass die Wehmut nicht dem Ort gilt sondern der verlorenen Zeit. Denn die Grenze ist offen, das Land noch dort, wo es war, und er ist hin und hat sich ein Bild gemacht. Aber was war, kommt nicht wieder, und der Gedanke w�re unertr�glich, wenn die Alternative nicht noch unertr�glicher w�re, n�mlich auch nur einen Tag der Vergangenheit, die noch jeden vertrieben hat, ein weiteres Mal erleben zu m�ssen.

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Sauerland, Georg Guillemin

Langue
Année de publication
2015
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Titre
Sauerland
Langue
Allemand
Pages
466
ISBN10
151532074X
ISBN13
9781515320746
Séries
Mots clés
Fiction
Description
"Ich muss verr�ckt sein, noch hier zu sein," denkt er. "Ich muss verr�ckt sein, hier weg zu gehen," denkt sie und kam als Fl�chtling �bers Wasser nicht des Mittelmeers sondern der Irrsee. Zeit ihres Lebens glaubte sie an ein Missverst�ndnis und harrte einer Korrektur, schien nie ganz bei der Sache.Noch weniger kam ihre Tochter zurecht, hat von der Flucht sich nie ganz erholt und z�hlt bis heute zu den scheuen Waldtieren, die heimatlos im Unterholz hausen und Rei�aus nehmen, sobald irgendwo unterm Absatz ein Ast knackt.Ja, noch der Enkel misst die Heimat, die er gar nicht kennt, auch wenn er ahnt, dass die Wehmut nicht dem Ort gilt sondern der verlorenen Zeit. Denn die Grenze ist offen, das Land noch dort, wo es war, und er ist hin und hat sich ein Bild gemacht. Aber was war, kommt nicht wieder, und der Gedanke w�re unertr�glich, wenn die Alternative nicht noch unertr�glicher w�re, n�mlich auch nur einen Tag der Vergangenheit, die noch jeden vertrieben hat, ein weiteres Mal erleben zu m�ssen.