Bookbot

Rashomon

Ausgewählte Kurzprosa

Enregistrer

Paramètres

  • 602pages
  • 22 heures de lecture

En savoir plus sur le livre

Das halbzerfallene Stadttor Rashomon ist der gespenstische Schauplatz der Titelnovelle dieses Bandes. Sie führt in eine längst vergangene Zeit, als eine Seuche in Kioto wütet und in ihrem Gefolge Not und moralischer Niedergang um sich greifen. Der einsame Mann, der im Tor Schutz vor dem nächtlichen Regen sucht, hat nur die Wahl, ein Räuber zu werden oder zu verhungern. Im Dachgeschoß entdeckt er eine alte Frau, die einem Opfer der Seuche die Haare ausreißt, um Perücken daraus zu machen. Angesichts ihres und des eigenen Elends verfliegt seine Empörung, kalte Selbstsucht gewinnt die Oberhand. Er packt die Alte, zerrt ihr den Kimono vom Leib und verschwindet in der Nacht.Akutagawa hat diese makabre Begebenheit um der künstlerischen Glaubwürdigkeit willen in ein historisches Milieu verlegt. Doch der Dieb besitzt die intellektuelle Physiognomie eines Menschen unseres Jahrhunderts, und sein Verhalten entspringt einer Konfliktsituation, wie sie für die bürgerliche Gesellschaft typisch ist. Auch in den übrigen Texten des Bandes erweist sich der Autor als kritischer Beobachter seiner Umwelt, die er mit überlegener, meist ironisch formulierter Skepsis, gegen Ende seines Lebens sogar mit zunehmender Schärfe und Verzweiflung gestaltet. Ob Akutagawa von der Wirkung einer freundlichen Geste erzählt oder eine überlieferte Liebesgeschichte neu interpretiert, ob er mit den Mitteln der Satire gesellschaftliche Probleme enthüllt oder in autobiographischen Erzählungen Aufschlüsse über die eigene Persönlichkeit vermittelt - immer spiegelt sich in seinen Werken die widersprüchliche Wirklichkeit Japans. Stilistische Brillanz, Vielfalt der literarischen Techniken und psychologische Tiefe kennzeichnen die Kurzprosa des humanistischen, inzwischen weltberühmten Schriftstellers.Inhalt:- Rashomon (Sep 1915)- Die Nase (Jan 1916)- Batatenbrei (Aug 1916)- Der Affe (Aug 1916)- Das Taschentuch (Sep 1916)- Der Tabak und der Teufel (Okt 1916)- Das Schicksal (Dez 1916)- Das Versunkensein des Dichters (Nov 1917)- Kesa und Morito (Mär 1918)- Der Faden der Spinne (Apr 1918)- Die Hölle (Apr 1918)- Der zivilisierte Mörder (Jun 1918)- Professor Mori (Dez 1918)- Der Drache (Apr 1919)- Mandarinen (Apr 1919)- Zweifel (Jun 1919)- Biseis Glaube (Dez 1919)- Jirokichi Nezumikozo (Dez 1919)- Herbst (Mär 1920)- Die Geschichte einer Rache (Apr 1920)- Das Bild von den Bergen im Herbst (Dez 1920)- Der General (Dez 1921)- Im Dickicht (Dez 1921)- Die Lore (Feb 1922)- Die Geschichte von der Vergeltung einer guten Tat (Mär 1922)- Der Garten (Jun 1922)- O-Tomis Keuschheit (Aug 1922)- Die Puppen (Feb 1923)- Nach Aufzeichnungen Yasukichis (Apr 1923)- Die Verbeugung (Sep 1923)- Ein Stück Erde (Dez 1923)- Das Totenregister (Sep 1926)- Genkakus Bergklause (Jan 1927)- Die Fata Morgana (Feb 1927)- Kappa (Feb 1927)- Zahnräder (1927 Nachlass)

Achat du livre

Rashomon, Ryūnosuke Akutagawa, Jürgen Berndt

Langue
Année de publication
1985
Reliure
(rigide),
État du livre
Bon
Prix
6,09 €

Modes de paiement

Personne n'a encore évalué .Évaluer

Titre
Rashomon
Sous-titre
Ausgewählte Kurzprosa
Langue
Allemand
Éditeur
C.H. Beck
Publié
1985
Format
rigide
Pages
602
ISBN10
3406304680
ISBN13
9783406304682
Séries
Description
Das halbzerfallene Stadttor Rashomon ist der gespenstische Schauplatz der Titelnovelle dieses Bandes. Sie führt in eine längst vergangene Zeit, als eine Seuche in Kioto wütet und in ihrem Gefolge Not und moralischer Niedergang um sich greifen. Der einsame Mann, der im Tor Schutz vor dem nächtlichen Regen sucht, hat nur die Wahl, ein Räuber zu werden oder zu verhungern. Im Dachgeschoß entdeckt er eine alte Frau, die einem Opfer der Seuche die Haare ausreißt, um Perücken daraus zu machen. Angesichts ihres und des eigenen Elends verfliegt seine Empörung, kalte Selbstsucht gewinnt die Oberhand. Er packt die Alte, zerrt ihr den Kimono vom Leib und verschwindet in der Nacht.Akutagawa hat diese makabre Begebenheit um der künstlerischen Glaubwürdigkeit willen in ein historisches Milieu verlegt. Doch der Dieb besitzt die intellektuelle Physiognomie eines Menschen unseres Jahrhunderts, und sein Verhalten entspringt einer Konfliktsituation, wie sie für die bürgerliche Gesellschaft typisch ist. Auch in den übrigen Texten des Bandes erweist sich der Autor als kritischer Beobachter seiner Umwelt, die er mit überlegener, meist ironisch formulierter Skepsis, gegen Ende seines Lebens sogar mit zunehmender Schärfe und Verzweiflung gestaltet. Ob Akutagawa von der Wirkung einer freundlichen Geste erzählt oder eine überlieferte Liebesgeschichte neu interpretiert, ob er mit den Mitteln der Satire gesellschaftliche Probleme enthüllt oder in autobiographischen Erzählungen Aufschlüsse über die eigene Persönlichkeit vermittelt - immer spiegelt sich in seinen Werken die widersprüchliche Wirklichkeit Japans. Stilistische Brillanz, Vielfalt der literarischen Techniken und psychologische Tiefe kennzeichnen die Kurzprosa des humanistischen, inzwischen weltberühmten Schriftstellers.Inhalt:- Rashomon (Sep 1915)- Die Nase (Jan 1916)- Batatenbrei (Aug 1916)- Der Affe (Aug 1916)- Das Taschentuch (Sep 1916)- Der Tabak und der Teufel (Okt 1916)- Das Schicksal (Dez 1916)- Das Versunkensein des Dichters (Nov 1917)- Kesa und Morito (Mär 1918)- Der Faden der Spinne (Apr 1918)- Die Hölle (Apr 1918)- Der zivilisierte Mörder (Jun 1918)- Professor Mori (Dez 1918)- Der Drache (Apr 1919)- Mandarinen (Apr 1919)- Zweifel (Jun 1919)- Biseis Glaube (Dez 1919)- Jirokichi Nezumikozo (Dez 1919)- Herbst (Mär 1920)- Die Geschichte einer Rache (Apr 1920)- Das Bild von den Bergen im Herbst (Dez 1920)- Der General (Dez 1921)- Im Dickicht (Dez 1921)- Die Lore (Feb 1922)- Die Geschichte von der Vergeltung einer guten Tat (Mär 1922)- Der Garten (Jun 1922)- O-Tomis Keuschheit (Aug 1922)- Die Puppen (Feb 1923)- Nach Aufzeichnungen Yasukichis (Apr 1923)- Die Verbeugung (Sep 1923)- Ein Stück Erde (Dez 1923)- Das Totenregister (Sep 1926)- Genkakus Bergklause (Jan 1927)- Die Fata Morgana (Feb 1927)- Kappa (Feb 1927)- Zahnräder (1927 Nachlass)