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Eberhard Stegerer

    Die badischen Revier- und Gendarmeriebeamten im "Dritten Reich": tägliche Praxis im Bereich des Landeskommissärs Freiburg und NS-Ideologie
    Julius La Fontaine
    Karrieren im Führungsbereich der badischen Polizei im „Dritten Reich
    Die Geheime Feldpolizei im Dritten Reich 1939-1945. Sicherheits- und Abwehrpolizei der Wehrmacht und deren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit 1941-1944 in der Sowjetunion u.a.
    • 2022

      Die Geheime Feldpolizei im Dritten Reich 1939-1945. Sicherheits- und Abwehrpolizei der Wehrmacht und deren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit 1941-1944 in der Sowjetunion u.a.

      Sicherheits- und Abwehrpolizei der Wehrmacht und deren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit 1941-1944 in der Sowjetunion u.a.

      • 590pages
      • 21 heures de lecture

      Die Geheimen Feldpolizei (GFP) bestand überwiegend aus Beamten der Kriminalpolizei und der Gestapo, die zur Wehrmacht abgeordnet waren. Ihre Einsätze waren stark reglementiert, da sie nur in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gestapo tätig werden durften. In den von der Wehrmacht besetzten Gebieten agierten sie als militärische Polizeieinheit, die dem Abwehroffizier unterstellt war. Ein zentrales Aufgabengebiet der GFP war die Bekämpfung von Partisanen, was ihre Rolle in der militärischen und politischen Repression der Zeit verdeutlicht.

      Die Geheime Feldpolizei im Dritten Reich 1939-1945. Sicherheits- und Abwehrpolizei der Wehrmacht und deren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit 1941-1944 in der Sowjetunion u.a.
    • 2019

      Karrieren im Führungsbereich der badischen Polizei im „Dritten Reich

      Umbruch und personelle Kontinuitäten 1933 und 1945

      Die regionalgeschichtliche Untersuchung der Biografien aller 28 (29) Leiter der zwei Polizeipräsidien und vier -direktionen in Baden zwischen 1933 und 1945 zeigt einen personellen Umbruch in der polizeilichen Führungselite sowohl 1933 als auch 1945. Bei Regierungswechseln wurden die Führungsakteure ausgetauscht, mit Ausnahme von Dr. Jakob Bader, dem beliebten Polizeipräsidenten von Mannheim, der bis 1933 amtierte. Der nationalsozialistische Innenminister Karl Pflaumer holte Bader 1933 als Ministerialdirektor und den radikalen NSDAP-Anhänger Dr. Kurt Bader als Ministerialrat in sein Ministerium zur Sicherung seiner Macht. Die meisten 1933 suspendierten Polizeibeamten fanden bis Kriegsende in anderen Behörden der badischen Verwaltung wieder Anstellung, oft ohne finanzielle Einbußen. Ähnliche Praktiken setzten sich nach dem Ende der NS-Herrschaft fort, was die personelle Kontinuität in der inneren Verwaltung Badens bis 1951 sicherte, jedoch nicht im polizeilichen Führungsbereich. Die vier badischen Landeskommissäre, die bereits in der Weimarer Republik ernannt worden waren, blieben während der NS-Diktatur in ihren Ämtern. Der Karlsruher Landeskommissär wurde 1933 altersbedingt in den Ruhestand versetzt, und sein Nachfolger war der regimetreue Karl Dold. Der 1938 verstorbene Mannheimer Landeskommissär wurde durch Dr. Gustav Bechtold ersetzt, was auf Kompetenzkämpfe zwischen verschiedenen Behörden zurückzuführen war.

      Karrieren im Führungsbereich der badischen Polizei im „Dritten Reich
    • 2018

      Julius La Fontaine, geboren am 21. Oktober 1891 in Gondelsheim, war von 1922 bis 1928 Regierungsrat und Stellvertreter des Polizeidirektors in Mannheim sowie von 1928 bis 1933 Direktor der badischen Gendarmerie- und Polizeischule in Karlsruhe. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er im März 1933 als untadeliger Demokrat abgelöst. Obwohl er möglicherweise am 1. Mai 1937 aus Opportunitätsgründen der NSDAP beitrat, erlebte er einen Beförderungsstopp in der badischen Kommunalverwaltung. Seine Kriegserfahrungen 1939 als Landrat im polnischen Kreis Blonie, wo er die systematische Ermordung von Juden und anderen Polen durch die Einsatzgruppen und Wehrmacht miterlebte, führten zu seiner Opposition gegen das NS-Regime. 1943 wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof zu zehn Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt, wobei die Todesstrafe beantragt wurde. Nach seiner Befreiung am 9. April 1945 durch französische Truppen wurde er am 1. Oktober 1945 zum Ministerialrat ernannt und erhielt am 14. November 1945 die Position des Landespolizeidirektors. Leider verstarb er am 21. Januar 1947 in Karlsruhe aufgrund von Gesundheitsschäden, die er während seiner Haft erlitten hatte. La Fontaine gilt als der einzige Beamte im höheren Dienst der badischen Innenverwaltung, der aktiv Widerstand gegen das NS-Regime leistete und seine demokratischen Überzeugungen während der NS-Herrschaft bewahrte.

      Julius La Fontaine
    • 2018

      Die regionalgeschichtliche Untersuchung der täglichen Praxis der badischen Revier- und Gendarmerieangehörigen in der NS-Zeit zeigt an Einzelbeispielen, dass auch sie als Teil des diktatorialen Regimes nicht nur zum Instrument, sondern zum eigentlichen Kern des völkischen Maßnahmenstaates wurden. Die zum Teil schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik sozialisierten Revier- und Gendarmeriebeamten waren neben der Sicherheitspolizei einerseits Garanten der nationalsozialistischen Machtübernahme und der Absicherung der NS-Herrschaft, beispielweise bei den Verhaftungswellen von NS-Gegnern nach der Machtergreifung Hitlers oder anlässlich der Deportation der badisch-pfälzischen Juden am 22. Oktober 1940 nach Gurs. Zu regimetreuen Verhalten waren sie u. a. in den „Zehn Grundsätzen für die Polizei“ im Jahr 1935 verpflichtet worden. Andererseits waren sie in ihrem Beruf bezüglich ihrer sozialen und finanziellen Absicherung jeweils von ihrem unmittelbaren Vorgesetzten abhängig sowie über die polizeiliche Dienstgemeinschaft letztlich auch in die ‚Volksgemeinschaft‘ miteingebunden.

      Die badischen Revier- und Gendarmeriebeamten im "Dritten Reich": tägliche Praxis im Bereich des Landeskommissärs Freiburg und NS-Ideologie