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Petra Moiser

    Zeichnung 1979-2019
    • 2018

      Petra Moiser ist eine Minimalistin, die versucht, Figurales mit dem Netz des Einfachen und präzise Geknüpften einzufangen. Ihr Wurf muss gezielt und knapp sein, das "Opfer" soll sofort getroffen und geknebelt werden, ohne lange zu zappeln. Ihr Instrument für diese schnellen, mitleidlosen Raubzüge durch Gesichter und die wilde Natur ist die exakte Umrißlinie. Moiser hat gelernt, dieses Lasso mit großer Sicherheit auszuwerfen und es mit Brutalität um die Aussparungen zu festzuzurren, wo bei anderen Künstlern Leben, Plastizität und Farbe sitzen. Ihre dreidimensionalen Arbeiten sind ebenso definiert von dieser treffsicheren Umgrenzung des Vakuums wie ihre Zeichnungen. Die Plastik wird ad absurdum geführt, während die Zeichnung den Ursinn des Ausgrenzens und Definierens ausstrahlt. Zurück bleibt ein abstraktes, düres Zeichen, das nichts Warmes mehr hat. Dennoch geht Moiser nicht bis zur radikalen Tilgung, sondern reduziert Substanz und Farbe nur graduell und nutzt sie als Medium des poetischen Umschreibens. Ihre Drahtskulpturen, wie Flug der Vögel und Menschenprofile, stehen der Poesie eines Cocteau näher als den fundamentalen Neu-Organisierungen des Plastischen. Moisers plastische Askese bleibt unter dem konstruktivistischen, minimalistischen Anspruch gelöst und spielerisch.

      Zeichnung 1979-2019