Geisterfahrten
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Seit dem Damenprogramm ihrer Mütter haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert. Anna und Ruth sind beste Freundinnen und familiär verbunden, da Anna Ruths Bruder Arno geheiratet hat. Ruth, als Patentante, kümmert sich intensiv um Annas suchtkranke Tochter Caro, die ein Leben am Abgrund führt. Beide Frauen stehen an Kipp- und Wendepunkten: Anna muss den Tod ihres demenzkranken Partners Arno verarbeiten, während Ruth eine unbefriedigende Beziehung beendet. In diesem Übergang zwischen Jugend und Alter stellen sie sich existenziellen Fragen und erkunden, wie man als reife Frau neu definiert werden kann, ohne in traditionelle Rollen zu verfallen. Mal melancholisch, mal satirisch, aber stets unerschrocken, reflektieren sie über das Altern und die Herausforderungen, die damit einhergehen. Anna und Ruth sind nicht großmütterlich neutralisiert, sondern engagiert und aktiv. Während das Leben weitergeht und tägliche Bewältigung erfordert, entwickeln sie in ihren klugen Köpfen ein neues Damenprogramm und einen konkreten Plan. Theres Roth-Hunkeler gelingt mit diesem Werk ein berührendes Buch über das Altern, das Verluste nicht leugnet, aber optimistisch auf das Leben blickt. Durch Dialoge, Briefe, Rückblenden und Innenschau entfaltet sich die Geschichte der eigenwilligen Protagonistinnen, die hoffentlich nicht zum letzten Mal auftreten.
Um die einen war es bereits in jungen Jahren geschehen, bei anderen half der Zufall nach. Doch wie kommt es, dass bekannte Autorinnen und Autoren den inneren Kompass auf Richtung Norden eingestellt haben? Vier der acht Texte führen nach Grönland (Sabine Reber), Island (Theres Roth-Hunkeler), Schweden (Thomas Röthlisberger) und auf die Färöer- Inseln (Verena Stössinger). Melitta Breznik ('Nordlicht', 2009) erzählt im Gespräch mit der Herausgeberin über ihr Verhältnis zu Norwegen, als Schriftstellerin und Ärztin; Peter Stamm lässt sich auf ein Interview per E-Mail ein und berichtet unter anderem, wie er die Figur der Zöllnerin Kathrine in der Finnmark gefunden hat, sie, die später Einzug im Roman 'Ungefähre Landschaft' (2001) hielt. Thomas Seiler, Skandinavist, trägt einen essayistischen Text bei. Die Herausgeberin beantwortet abschließend in pointiert-witziger Form die Frage, ob jedermann (s)einen Norden brauche. Das Buch ist eine Liebeserklärung an den Norden und zeichnet zugleich eine literarische Topographie, die nicht nur Sehnsuchtsreisende erfreuen und überraschen wird.
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