Die Krise der Kirche ist eine theologische, die die Überbetonung Jesu als Gottessohn und den Riss zwischen Dogmatik und historisch-kritischer Exegese thematisiert. Norbert Reck schlägt vor, das Judesein Jesu neu zu entdecken, um die biblische Botschaft von Gerechtigkeit und Befreiung zu revitalisieren.
Im 20. Jahrhundert haben die großen christlichen Kirchen auf höchster Ebene eine Neubesinnung auf das Judentum vollzogen. Bis heute begegnen allerdings die alten Pauschalvorstellungen in Gottesdienst und vom vermeintlich zornigen Gott des Alten Testamentes bis zu den "Pharisäern" als sprichwörtlich kleinlichen Gesetzesdienern. Dagegen hat es eine internationale Gruppe von 34 jüdischen und christlichen Wissenschaftlern gemeinsam unternommen, Irrtümer kompetent und allgemein verständlich aufzuklä 58 Schlagwörter von A bis Z. Mit vielen überraschenden Erkenntnissen zur Bibel und zum Verhältnis von Christen und Juden.Mitwirkende unter Rabbiner Henry Brandt, Micha Brumlik, Hans Hermann Henrix, Rabbiner Walter Homolka, Hubert Frankemölle, Hanna Liss, Christian Rutishauser, Werner Trutwin, Klaus Wengst, Josef Wohlmuth
Die Erfindung der Homosexualität und ihre Folgen. Anstoß zu einer notwendigen Debatte
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Nach landläufiger Meinung ist die Sache mit der »Homosexualität« inzwischen in trockenen Tüchern. Aufgeklärte Gesellschaften haben gelernt, mit Homosexuellen zu leben und deren Diskriminierung abzulehnen. Geht also die jahrhundertealte Konfliktgeschichte zu Ende? In den Sexualwissenschaften schütteln viele mit dem Kopf. Geht man vom tatsächlichen Verhalten der Menschen aus, gelingt es nicht, eindeutig zwischen Homosexuellen und Heterosexuellen zu unterscheiden. Norbert Reck hat sich mit Bibel, Geschichte, Psychoanalyse und Sexualwissenschaften auseinandergesetzt und kommt zu dem Schluss: Die Erfindung der »Homosexualität« war eine willkürliche Einteilung der Menschen im ordnungssüchtigen 19. Jahrhundert – mit negativen Folgen für die Betroffenen. Die Menschheit lässt sich nicht in unterschiedliche Arten des Begehrens einteilen – es gibt nicht das eine und das andere Ufer. Ein Debatten- und Aufklärungsbuch.
Zum Riss zwischen Dogma und Bibel. Ein Lösungsvorschlag
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Wahrend auf der Sudhalbkugel die Zahl der Christen zunimmt, verlieren die Kirchen im Norden zu Hunderttausenden ihre Mitglieder. Norbert Reck geht davon aus, dass die Ursachen tiefer liegen, als verschiedene Reformversuche greifen. Seit der Aufklarung herrscht ein tiefer Riss zwischen kirchlicher Lehre (Dogma) und kritischer Beschaftigung mit der Bibel (Exegese), der zum tiefsitzenden Verlust an Glaubwurdigkeit des Christentums gefuhrt hat. Dabei haben sowohl die liberale Bibelkritik als auch der dogmatische Antimodernismus das Jude-Sein Jesu entweder unsichtbar gemacht oder Jesus gar als Uberwinder des Judentums gepriesen. Norbert Reck schlagt vor, wie die Entdeckung des Juden Jesus zu einer neuen Zukunft des Christentums fuhren kann.
Die Beziehung der Kirche sowie der Christinnen und Christen zum Judentum ist existenziell grundlegend und muss auch heute weitergetragen werden. Die Erneuerung der Kirchen aus dem christlich-jüdischen Dialog bietet viele unausgeschöpfte Themen, die in der kirchlichen Praxis noch nicht vollständig umgesetzt sind. Der 290. Band in der Reihe Quaestiones disputatae mit dem Titel "Erneuerung der Kirchen" fungiert als Weckruf, um die Impulse von Nostra aetate auch im sechsten Jahrzehnt nach dem Konzil zu betonen. Mit dem zeitlichen Abstand seit dem Konzil wird klarer, in welche Richtung der Weg führt. Die Beiträge zeigen das spannende theologische Feld, das weiter erschlossen werden möchte. Die existenziell grundlegende Beziehung zur jüdischen Wurzel darf nicht nur in formelhaften Beteuerungen verbleiben. Angesichts des wachsenden Antisemitismus in Europa ist es eine essentielle Aufgabe von Theologie und Kirche, die Zusammenarbeit mit dem Judentum klar sichtbar zu machen. Der Band enthält Beiträge von Philip A. Cunningham, Klaus Davidowicz, Peter Ebenbauer, Bruno Forte, Rainer Kampling, Edward Kessler, Armin Lange, Regina Polak, Johanna Rahner, Norbert Reck, Stefan Schima, Roman A. Siebenrock und Wolfgang Treitler.
Für Juden und Christen hat es der Glaube nicht mit geschichtslosen Wahrheiten zu tun, er ist vielmehr im Wesentlichen ein Erinnerungsgeschehen. Es ist kein Zufall, dass in beider Gottesdienst die Erinnerung ("Tut dies zu meinem Gedächtnis ...") im Mittelpunkt steht. Das vorliegende Buch ist eine umfassende Untersuchung zu dieser Basiskategorie der Systematischen Theologie. Der erste Teil wendet sich den zentralen hermeneutischen Fragen zu. Im zweiten Teil wird fundamentaltheologisch Erinnerung als das Herzstück und die elementare Handlung des Glaubens aufgewiesen. Daran anschließend werden repräsentative Positionen dazu aus der christlichen und jüdischen Theologie vorgestellt und debattiert. Und schließlich wird anhand aktueller Beispiele die zentrale Bedeutung von Erinnerung für eine humane Gesellschaft herausgestellt. Mit Beiträgen von: Heinz Robert Schlette, Benjamin Taubald, Paul Petzel, Irmtraud Fischer, Luzia Sutter Rehmann, Edmund Arens, Peter Zeillinger, Knut Wenzel, Hans Waldenfels, Friedrich-Wilhelm Marquard, Gregor Traxacher, René Buchholz, Dieter Schellong, Norbert Reck, Andreas Pangritz, Nikolaus Klein.