Die Hoffnungen der Auguren: Techniken der Sozialprognose im Amerika des Kalten Krieges
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In diesem Buch wird untersucht, wie Forscher:innen während des Kalten Kriegs die Meinungen von Expert:innen zur Erstellung geopolitischer Prognosen nutzten. Der Autor analysiert am Beispiel der RAND Corporation, einer US-amerikanischen Denkfabrik mit Verbindungen zum Militär, die Entwicklung zweier Prognosetechniken: der Delphi-Befragung und dem politischen Planspiel. Durch Archivrecherchen und Interviews werden die Entstehung dieser Techniken beleuchtet und aufgezeigt, wie Sozialwissenschaftler:innen die Rolle der Expert:innen in der Kultur des Kalten Krieges interpretierten. Die damals entwickelten Methoden der Sozialprognose bieten somit einen Einblick in den Stellenwert von Wissen und Wissenschaft in dieser historischen Epoche. Die Kapitel umfassen Themen wie die Kultur der Unsicherheit und das öffentliche Vertrauen in Experten, die ersten Experimente von RAND mit Expert:innenprognosen, die Aushandlung von Regeln für politische Spiele sowie die epistemologische Betrachtung von Expertenmeinungen. Abschließend wird die Stärke der epistemischen Hoffnungen in der Schlussfolgerung thematisiert.
