Abbas Kiarostami (*1940 in Teheran) wurde vor allem durch seine seit den 1970er-Jahren entstandenen und unter anderem bei den Filmfestspielen von Cannes (Goldene Palme 1997) und Venedig ausgezeichneten Filme bekannt. Trotz großer Einzelausstellungen etwa im Museum of Modern Art in New York oder im Centre Pompidou in Paris, ist das fotografische OEuvre des gelernten Malers im deutschsprachigen Raum bisher noch wenig präsent. Während Kiarostami in seinen Filmen eindringliche Bilder von Erfahrungen menschlicher Existenz schafft, richtet sich sein fotografischer Blick in oft über Jahre hinweg entwickelten Serien auf unberührte Landschaften, wie beispielsweise in den Werkgruppen Snow White (1978-2004) und Rain and Wind (2007). Die Publikation untersucht insbesondere die Wechselbeziehungen zwischen fotografischem und filmischem Sehen, zwischen stillen und bewegten Bildern. Ausstellungen: Situation Kunst (für Max Imdahl), Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum 6.10.2012-20.1.2013 Museum Wiesbaden 29.3.-30.6.2013 Kunstsammlungen Chemnitz 14.7.-29.9.2013 Und weitere Stationen
Silke von Berswordt-Wallrabe Livres



Aufbruch
Malerei und realer Raum. Ausstellungskatalog zu den Ausstellungen 2012 - 2013 in Bochum, Kaiserslautern, Berlin, Würzburg und Rostock.
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Der Ausstellungskatalog dokumentiert die Ausstellungen 2012 - 2013 in Bochum, Kaiserslautern, Berlin, Würzburg und Rostock. Im Jahr 1949 durchbrach Lucio Fontana mit einem Locheisen die materielle Bildfläche, während Ellsworth Kelly in Paris sein erstes rahmenloses Bildobjekt schuf. Seit 1952 experimentierte François Morellet mit repetitiven Strukturen auf weißen Bildtafeln. Immer mehr Künstler in Europa und Amerika begannen, die Grenzen der gerahmten Bildfläche zu öffnen und den illusionären Bildraum durch den Bezug zum realen Raum zu ersetzen. Die Ausstellung "Aufbruch - Malerei und realer Raum" bietet einen Überblick über etwa 60 Werke, die den Fokus auf Künstlerinnen und Künstler legen, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Geschlossenheit des Bildes aufbrachen. Die Präsentation ist nicht nach kunsthistorischen Richtungen gegliedert, sondern zeigt verschiedene Strategien zur Öffnung des Bildes. Kontrastierende Farbenergien und konkrete Materialien brechen die Konsistenz des Bildes auf, während dynamische Formen den Eindruck der Geschlossenheit überwinden. Künstler wie François Morellet und Robert Mangold unterlaufen einheitliche Bildauffassungen, während andere, wie Leon Polk Smith und Frank Stella, selbständige Bildteile schaffen, die den Raum des Betrachters durchdringen. Diese Werke präsentieren sich selbst und transformieren die traditionelle Malerei in Bewegung und unmittelbare Erfahrung.
Farbanstöße
Farbe in der neueren Kunst