Eigentum im 21. Jahrhundert
Metamorphosen, Transformationen, Revolutionen
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Metamorphosen, Transformationen, Revolutionen
Alltägliche Widersprüche, Verrücktheiten und Verbrechen des Kapitals
»Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn«, so der englische Gewerkschafter Thomas Joseph Dunning vor über 160 Jahren: »10 Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.« Jürgen Leibiger fragt nach der Aktualität dieses einst von Karl Marx aufgegriffenen Befundes. Die Beiträge des Bandes eint die Kritik der politischen Ökonomie der Gegenwart. Ob zu Immobilienboom oder Kinderarmut, zu Enteignungsfragen, zum Deficit Spending für Aufrüstungsprogramme, zu Pyrrhussiegen im Wirtschaftskrieg, zum Systemwettbewerb mit China oder zu einem Anarchokapitalisten an der Macht: Leibiger besichtigt das Panorama der alltäglichen Widersprüche, Verrücktheiten und Verbrechen des Kapitals. Eindringlich stellt er das Wort eines Hilmar Kopper, einst Vorstandschef der Deutschen Bank, auf die Probe, wonach »es immer und überall nur darum geht, aus Geld mehr Geld zu machen«.
Die gesamte Gesellschaft im Blick: Darum ging es der Politischen Ökonomie bereits lange bevor sich drei Hauptströmungen herausbildeten: die Neoklassik, der Keynesianismus und die marxistische Wirtschaftstheorie. Denkschulen, die stets im Widerstreit zueinander standen und sich ihrerseits in Unterkategorien verästelten. Jürgen Leibiger bringt Licht ins Dickicht verschiedener Lehren, die die sozialen Verhältnisse analysieren wie auch zu beeinflussen suchen. Der Band spannt einen weiten Bogen: Ökonomisches Denken in der Antike und im Feudalismus; klassische bürgerliche Ökonomie; Lehren über die kapitalistische Produktionsweise und den Sozialismus; Keynesianismus samt Neo- und Post-Keynesianismus; marktfundamentalistische Strömungen wie Neoliberalismus, Monetarismus oder Anarcho-Kapitalismus. Und Leibiger fragt, ausgehend von der Kritik der Politischen Ökonomie bei Marx und Engels, nach Gegenentwürfen zum Kapitalismus: Marxistische wie nicht-marxistische Kapitalismuskritik, Lesarten im ›realen‹ Sozialismus, Wachstumskritik, Ökonomie ›von unten‹, Wirtschaftsdemokratie. Auseinandersetzungen, die auch Aufschluss über die Zukunft der Politischen Ökonomie geben.