Unerziehbar: Netzwerke und Kontinuitäten
Aufarbeitung der Verbandsehrungen in der deutschen Kinder- und Jugendpsychiatrie 1950 - 1990
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Zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geschehenes hatte nachhaltige Auswirkungen, auch auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie. Diese Kontinuität zeigt sich in den Personen, die nach 1945 in Schlüsselpositionen blieben. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) untersuchen die Autoren, welche Mitglieder aktiv die NS-Rassenpolitik unterstützten und T4-Gutachten erstellten. Der Prozess der Distanzierung von Ehrenmitgliedern ist nicht nur historisch bedeutend, sondern auch eine Grundlage für die kritische Reflexion ärztlicher Berufsausübung heute: Wer ermittelt die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen? Wer trifft Entscheidungen über Freiheitsentzug? Welche Rolle spielen Gutachten? Zudem stellt sich die Frage, wie die heutige Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in 50 Jahren bewertet wird. Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Ehrungen und Mitgliedschaften in der DGKJP und deren Vorgängerorganisationen von 1950 bis 1990, einschließlich der Entscheidungsprozesse zu Ehrungen und der Rückweisung dieser. Es beleuchtet auch die Netzwerke im Hintergrund und die Auswirkungen auf die Gedenkkultur, sowie die Unterschiede in der Bewertung von Persönlichkeiten innerhalb angrenzender Fachgesellschaften.




