Der europäische Blick auf Russland hat sich seit dem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 entscheidend gewandelt. Die Hinwendung zu Krieg und Gewalt führte zu einer Revision des bestehenden Russlandbildes. Das betrifft nicht nur die jüngsten Ereignisse, sondern rückt auch die russische Geschichte und ihre Schattenseiten in den Blick. Frank-Lothar Kroll analysiert in diesem Band das wechselvolle Verhältnis zweier Räume, die über viele Jahrhunderte hinweg aufeinander bezogen waren – sei es in naiver Bewunderung, in kritischer Distanz oder in unverhohlen artikulierter Abneigung. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft macht er sich daran, das Forschungsproblem »Russland und Europa« neu zu vermessen und zu bewerten. Vor einem bewusst weit gespannten zeitlichen Horizont – vom Mittelalter bis in die Gegenwart – werden die Kontinuitäten und Brüche deutlich, von denen alle Versuche einer »Europäisierung Russlands« geprägt waren. Der historische Befund, dass diese Versuche in letzter Konsequenz allesamt gescheitert sind, gewinnt angesichts der gegenwärtigen Politik Russlands ein besonderes Gewicht.
Frank-Lothar Kroll Livres






Der Konservatismus befindet sich gegenwärtig in Deutschland in einer kulturellen Transformation. Wieder einmal wird die Werteperspektive dessen, was "konservativ" ist, angepasst an die gesellschaftlichen Veränderungen. Hierbei nimmt der Konservatismus pragmatisch eine Mittelposition zwischen Liberalismus und Sozialismus ein. Das zeigt sich in der aktuellen Konstellation sowohl in den nachhaltigen Wertepräferenzen als auch in den modifizierten Inhalten.
"Jeder Staat wird auf Gewalt gegründet." Dieses Zitat von Leo Trotzki verdeutlicht den normativen Charakter kommunistischer Herrschaft und deren Expansion. Mit der Machtergreifung der Bolschewisten im Oktober 1917 wurde das Russische Zarenreich in eine kommunistische Ein-Parteien-Diktatur verwandelt, was auch Europa grundlegend veränderte. Anlässlich des 100. Jahrestages des Oktoberputsches organisierte die Technische Universität Chemnitz eine Konferenz, die interdisziplinär die Ereignisse von 1917 und deren Bedeutung für post-sowjetische und europäische Gesellschaften behandelte. Die Beiträge thematisieren nicht nur das Revolutionsgeschehen, sondern auch die Verantwortung von Lenin und Stalin für die bolschewistischen Verbrechen. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion ist die Erkenntnis eines schleppenden interkulturellen Dialogs über die bolschewistischen Massenmorde. Trotz unterschiedlicher Interpretationen des Revolutionsgeschehens bleibt festzustellen: 1917 war eine Weltwende. Der Band umfasst verschiedene Perspektiven, darunter ideologische Grundlagen, die Rolle von Terror und Gewalt sowie aktuelle Herausforderungen im Umgang mit der Geschichte. Themen wie die Kanonisierung von Neumärtyrern in der Russisch-Orthodoxen Kirche und die Erforschung von Ermittlungsakten werden ebenfalls behandelt. Die Autoren bieten tiefere Einblicke in die komplexen Zusammenhänge von Revolution, Ideologie und deren langfristigen Auswirkungen
Für Freiheit, Recht, Zivilcourage
Der 20. Juli 1944
Fürsten ohne Thron
Schicksale deutscher Herrscherhäuser im 20. Jahrhundert
Im November 1918 verschwanden alle deutschen Fürstenhäuser von der Bühne der Geschichte. Frank-Lothar Kroll spürt der Frage nach, was in der Folge aus den entthronten Herrschern und ihren Familien geworden ist. Seine biographischen Porträts machen die politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen deutlich, die der Sturz der Landesfürsten hervorrief. Sie zeichnen zugleich die vielfältigen Lebenswege der späteren Generationen nach – von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis in die Gegenwart. Dabei zeigt sich, dass die Mitglieder der ehemaligen Herrscherfamilien ein getreues Abbild der deutschen Gesellschaft boten. Unter ihnen fanden sich überzeugte Nationalsozialisten ebenso wie Sympathisanten des Widerstands, einige entfalteten eine Tätigkeit als Schriftsteller, Künstler oder Musiker, andere engagierten sich für kulturelle oder soziale Angelegenheiten oder lebten ihre Begeisterung für Flugzeuge und schnelle Autos aus. Mit über 100 teils bislang unveröffentlichten Abbildungen.
Der Freistaat Sachsen kann auf eine fast tausendjährige bewegte Geschichte zurückblicken. Anschaulich und mit dem Blick für das Wesentliche verfolgt Frank-Lothar Kroll ihre Hauptetappen und verbindet dabei politische, wirtschaftliche, kulturelle und dynastische Entwicklungen zu einem faszinierenden Panorama. Sachsen war im Alten Reich einer der führenden und kulturell reichsten deutschen Einzelstaaten. Anschaulich, informativ und erzählerisch stark verdichtet führt Frank-Lothar Kroll in diesem Buch in die beeindruckende Geschichte des Landes ein. Dabei spannt er den Bogen von der ersten Besiedlung bis zum heutigen Bundesland und beleuchtet die mittelalterlichen Anfänge des sächsischen Staates ebenso wie seine Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert, die Eingliederung ins deutsche Kaiserreich, das Ende der Monarchie sowie die Jahre des Dritten Reiches und der DDR. Eingängig werden dabei politische, wirtschaftliche, kulturelle und dynastische Entwicklungen miteinander verwoben.
Ungarische Wegmarken
Beiträge zur deutsch-ungarischen Verständigung
Heinrich von Brentano zählte zu den prominentesten Köpfen der Bonner Nachkriegsdemokratie. Der Mitbegründer der hessischen CDU wirkte maßgeblich an der Hessischen Verfassung von 1946 und dem Grundgesetz mit. Später amtierte er als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag; im Europäischen Verfassungsausschuss zeichnete er 1953 für den ersten Entwurf einer Europäischen Verfassung verantwortlich - fünfzig Jahre vor dem EU-Verfassungsentwurf vom Juli 2003. Von 1955 an erster Außenminister der Bundesrepublik unter Adenauer, erlangte Brentano den Gipfelpunkt seiner Karriere. Die in seine Amtszeit fallenden Ereignisse - die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion 1955 oder der Mauerbau 1961 - bilden bis heute weltpolitische Zäsuren. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Brentanos beleuchten die zwölf Beiträge renommierter Fachhistoriker die verschiedenen Stationen seines Lebens. Beiträge von: Frank-Lothar Kroll, Arnulf Baring, Helmut Berding, Jürgen Elvert, Eckhart G. Franz, Daniel Kosthorst, Hans-Christof Kraus, Christiane Liermann, Walter Mühlhausen, Helmut Neuhaus, Sylvia Taschka, Hendrik Thoß.

