Schach ist mehr als ein Spiel mit 32 Figuren auf 64 Feldern. Das königliche Spiel ist inzwischen in allen Kunst- und Kulturformen angekommen. Ein Beispiel ist „Die Schachnovelle". Eine limitierte Erstausgabe des Buches erschien am 7. Dezember 1942 in Buenos Aires. Am 2. September 1960 hatte der auf der Novelle basierende Film unter der Regie von Gerd Oswald und mit Curd Jürgens Premiere. Und im Jahr 2016 erschien die bekannte Geschichte in Form eines 128-seitigen Farb-Comics im großen Hardcoverformat – 74 Jahre nach ihrer Entstehung. Auch in vielen anderen Bereichen hat sich das Schachspiel verbreitet. Auf Briefmarken, in der Werbung und in der Politik. Mit Schachboxen wurde eine neue Sportart kreiert und selbst im Weltraum denkt man völlig losgelöst über die besten Züge nach. Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll dazu anregen sich mit dem Spiel aller Spiele auch abseits der 32 Figuren zu beschäftigen. Beste Unterhaltung ist garantiert.
Jörg Palitzsch Livres


Das Spiel der Könige, der Genies und der Tragödien Dieses Buch erzählt von Persönlichkeiten, deren Leben ebenso dramatisch war wie ihre Partien. Von Genies, die im Licht aufstiegen – und im Dunkel verschwanden. Paul Morphy, das Wunderkind, das in Einsamkeit verstummte. Harry Nelson Pillsbury, ein Stern, der früh verglühte. Bobby Fischer, der nach seinem historischen Sieg aus der Schachwelt einfach verschwand. Von Eva Moser, die viel zu früh starb. Und von vielen anderen, die nicht nur Gegner, sondern auch ihre eigenen Dämonen besiegen mussten. Politik und Geschichte prägten ihre Schicksale. Der Kalte Krieg, die Weltkriege, politische Verfolgung – sie bestimmten Karrieren und Leben. Alexander Aljechin, Viktor Kortschnoi und Michail Tal: Namen, die Schachgeschichte schrieben und zugleich Opfer ihrer Zeit wurden. Doch nicht nur Männer litten. Schachspielerinnen kämpften zusätzlich gegen Unsichtbarkeit. Ihre Talente blieben oft ungewürdigt, ihre Namen vergessen. Diskriminierung, fehlende Ressourcen und gesellschaftliche Zwänge hielten viele zurück. Dieses Buch ist keine Sammlung von Erfolgsstorys. Es ist ein Mosaik aus Schicksalen, gezeichnet von Ruhm und Leid. Es zeigt, wie verletzlich Genies sind – und wie sehr äußere Mächte ihr Leben bestimmen. Schach ist nicht nur ein Spiel. Schach ist auch ein Spiegel des menschlichen Dramas.