In the Kunstraum Dornbirn Erwin Wurm presented a selection of works from the "FAT SCULPTURES" series under the title "BIG". His well-known ironic access to fashion items, everyday objects, groceries, cars and houses turns the works into significant statements of our consumer behavior, which are commented on in a humorous, profound and sometimes sarcastic way. With "Humor is also a weapon"-an informative conversation between Erwin Wurm and Gerald Matt-the catalog documents how it all began. In his contribution, artist and art theorist Bazon Brock explores the question of "caricature as the mediation of the true through the false, the healing through the broken, the beautiful through the ugly, the good through the bad" and analyzes Erwin Wurm as a scout of the history of the caricatures well beyond Leonardo, Picasso and Kippenberger.
Bazon Brock Livres






Wer heute nicht weniger gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden will, als er hineinging, muss schon Erhebliches über unser Gesundheitssystem gelernt haben. Wer sich Heilspredigern Sinn suchend anschließt, muss wissen, wie man sich dem psychologischen Druck von Sekten oder Fundamentalisten aller Couleur entziehen kann. Wer vor Paketversand- oder Fahrkartenautomaten nicht nach ewig-vergeblichem Probieren irre werden möchte, sollte einsehen, dass der angebliche König Kunde den Unternehmen allein in Deutschland jährlich hunderte Millionen zusätzlichen Gewinn dadurch verschafft, dass er gezwungen ist, alle Serviceleistung selber zu erbringen. Wo lernt der Bürger, sich als Kunde, Gläubiger, Wähler, Rezipient und Patient zu behaupten? Unsere Ausbildungsangebote zeigen, wie man auf professionelle Weise mit den Zumutungen widersprüchlicher Wahrheitsansprüche umgehen kann: Peter Sloterdijk für Bürgerbildung; Wolfgang Ullrich für Konsumentenschulung; Eveline Goodman-Thau/Manfred Schlapp für Konversion vom Paulus zum Saulus; Axel Hinrich Murken/Markus Gatzen für Patiententraining; Bazon Brock für Rezipientenermächtigung.
Besucherschule zur Documenta 7
Die Hässlichkeit des Schönen
Mode
Das inszenierte Leben
Der Konsumbegriff hat in der politischen Diskussion, besonders angesichts der ökologischen Krise, einen schweren Stand. Konsum wird oft als falsches Leben betrachtet, das von einem früheren Zustand authentischer Bedürfnisbefriedigung abweicht. Er steht nicht für Überfluss, sondern für Übermaß und Unnötigkeit. Konsum sollte jedoch als zivilisatorische Praxis verstanden werden, die eine bedeutende Rolle in der ökonomischen und sozialen Konstitution des modernen Individuums spielt, insbesondere in der Erlebnisgesellschaft. Die Ästhetik des Konsums prägt die Dynamik ästhetischer Formen in allen Lebensbereichen und ist Teil des zivilisatorischen Prozesses, der Kunst und Design ermöglicht hat. Diese Aspekte sind eng mit der Entstehung der modernen Marktökonomie seit der Renaissance verbunden. Angesichts der katastrophalen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Konsums ist es notwendig, Konsumkritik zu üben, was auch eine Kritik an Kunst und Design einschließt. Dies wirft die Frage auf, wie die Ausrichtung des problematischen Konsums, dessen Erfolg Kunst und Design geprägt hat, verändert werden kann.
Noch ist Europa nicht verloren. Kritik der kabarettistischen Vernunft. Band 2
(deutschsprachige Ausgabe)
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Eine schwere Entdeutschung
Der Widerruf des 20. Jahrhunderts ist die Zukunft Europas
Friedensreich Hundertwasser prägte als Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer der Ökologiebewegung die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der Person und dem Werk Egon Schieles. Als 20-jähriger entdeckte der damalige Akademiestudent Hundertwasser in Ausstellungen und Büchern die Kunst der Wiener Moderne für sich: Vor allem Schiele sollte in den folgenden Jahren eine zentrale Bezugsfigur für den international agierenden Künstler werden. Entlang zentraler Motiv-und Themenkomplexe im Werk beider Künstler wie jener der beseelten Natur oder dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft werden im vorliegenden Katalog Analogien jenseits von formalen Ähnlichkeiten ersichtlich und die künstlerische und geistige Verwandtschaft zweier herausragender österreichischer Künstler des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet, die einander nie persönlich kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.00Exhibition: Leopold Museum, Wien, Austria (21.02. - 31.08.2020)
