Le tourbillon de la vie
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Eine Biographie
Manfred Flügge erzählt die Geschichte eines großen Deutschen, der Sternstunden und bittere Momente erlebte, große literarische Erfolge feierte und dennoch ins Abseits geriet, im politisch gebotenen Kampf Irrtümer beging und fatal in Anspruch genommen wurde, und der doch im Grunde ein großer Fantast war, ein Unzeitgemäßer: der allerletzte Romantiker. Sein Leben war voller Widersprüche und erscheint doch so anrührend und grotesk wie das mancher seiner Figuren. Dieser kundige Führer durch das Gesamtwerk weckt Lust auf eine neue Auseinandersetzung mit der Erbschaft dieses großen Unzeitgemäßen. „In Wirklichkeit habe ich mehr als nur den Helden des Blauen Engel und den vorweggenommenen Nazi des Untertan gemacht: Schöneres, meine ich, und näher der Vollendung, die ich nie erreichte.“ (Heinrich Mann, 1946).
Exil unter Palmen. Für deutsche Literaten und Maler war die Côte d’Azur seit Jahrhunderten ein Magnet der Sehnsucht. Bis 1933. Danach wurde die Küste mit der poetischen Patina zur Zuflucht vieler deutscher Künstler, Sanary-sur-Mer zum geistigen Zentrum der Emigration. Thomas Mann lebte hier und Lion Feuchtwanger, Ludwig Marcuse, Franz Werfel, Bruno Frank. Viele heimatlos gewordene Künstler machten als Besucher Station: Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Egon Erwin Kisch. Sanary-sur-Mer war zum Wartesaal geworden, zum Sinnbild der Verlorenheit.
Zeitroman und Schicksalspanorama: Der „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis im März 1938 und ihr Einmarsch in Wien waren ein traumatischer Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Anschaulich und detailreich erzählt Manfred Flügge vom tragischen Irrtum Kurt Schuschniggs und dem Versagen der Weltöffentlichkeit. In einem Wechsel von historischer Darstellung und beispielhaften Lebenserzählungen von Akteuren und Opfern, unter ihnen Sigmund Freud, Egon Friedell, Robert Musil, Franz Werfel und vielen anderen, entsteht ein Zeitroman, der zum vielfältigen Schicksalspanorama wird.
Das Phänomen Stéphane Hessel Manfred Flügge zeichnet den geistigen und politischen Kosmos des Stéphane Hessel nach: Als Résistancekämpfer 1944 nach Buchenwald deportiert, überlebte er dank eines Identitätsaustauschs. Fortan stellte er sein Leben in den Dienst der Menschenrechte. Innerhalb der UNO setzte er sich für eine Welt ohne Totalitarismus, Konzentrationslager, Atombomben ein. Er wirkte am ersten Teil der Menschenrechtscharta mit, vermittelte in politischen Konfiikten und unterstützte die Entkolonialisierung. Bis heute gibt der Globalisierungskritiker und Humanist Hessel unermüdlich in Büchern und weltweiten öffentlichen Auftritten seine Botschaft von Recht und Gerechtigkeit, Verantwortung und Zivilcourage weiter. "Seine Leichtfüßigkeit hat etwas vom Götterboten, vom Hermes mit den Flügeln. Mehr Infos zum Film unter: http://www.derdiplomatstéphanehessel-derfilm.de"
Pfarrerssohn aus Ankershagen, Ladengehilfe aus Fürstenberg, Bürobote aus Amsterdam, Kaufmann aus Sankt Petersburg, Goldhändler aus Sacramento – wer war Heinrich Schliemann wirklich? Er selbst hat sein Leben erzählt als die Geschichte eines Kindheitstraumes, der sich durch Glück und Beharrlichkeit auf das Schönste erfüllt hat. Dem weltweit investierenden und immer und überall erfolgreichen Geschäftsmann, dessen Reichtum seine Unabhängigkeit ermöglichte, gelang es, Homers Troia auszugraben. Gräbt man in seinem eigenen Leben nach, so sieht man bald: Er hat die Wahrheit einer Legende, einer Dichtung nachgewiesen, aber indem er es tat, hat er zugleich sein eigenes Leben legendenhaft verklärt. Doch er war kein gewöhnlicher Lügner, sondern ein Mythomane. Wie schon zuvor bei Beaumarchais durchdringt Manfred Flügge mit Leidenschaft das Leben eines hochbegabten Mannes voll unerschöpflicher Energie und versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, warum Schliemann im Licht der Troja-Legende das Märchen seines eigenen Lebens umdeutete.
»Die Lektüre dieser konzisen und gut informierten Gesamtbiographie lohnt sich.« Sigrid Löffler. Von Lübeck bis Venedig, von München bis Los Angeles, von Capri bis Halifax reichen die Schicksalswege der Manns. Manfred Flügges brillante Familienbiographie entfaltet ein mehr als hundert Jahre umspannendes Panorama der legendären Literatenfamilie und ermöglicht ein neues Verständnis der geistigen, politischen und kulturellen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts bis heute. »So modern, so abgründig wie sie sind, weisen die Manns weit über das Jahrhundert hinaus. Davon erzählt Manfred Flügge sehr klug in seinem Buch.« ARD. »Ein Geschichtsthriller im Familien- und Künstlermilieu mit allem Glanz, allen Neurosen, allen Niederlagen – der seltene Stoff, aus dem die Träume sind.« Dagmar Just, Die Weltwoche.
„Noch nie hat jemand das Leben … so energisch vom Standpunkt des Glücks geschildert - des Glücklichseins und des Glück-Habens.“ Kadidja Wedekind über Marta Feuchtwanger Lion Feuchtwanger versuchte mehrfach, einen Roman über seine Frau zu schreiben, doch es blieb ihm verwehrt. Marta Feuchtwanger ist eine komplexe Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte das Porträt einer ganzen Epoche zeichnet. Als Münchner Jüdin erlebte sie Flucht und Exil und wurde zur Weltbürgerin, die als Zeugin eines herausfordernden Jahrhunderts agierte. Sie war eine moderne Frau, die ihren eigenen Weg der Emanzipation fand, eine einflussreiche Persönlichkeit, Sportlerin und große Liebende, die zwischen Leid und Luxus lebte. Ihr Leben war geprägt von Maskenbällen, Empfängen, Internierungslagern und gefährlichen Fluchten, und führte sie von München über Berlin und Sanary-sur-Mer bis nach Los Angeles. „Eine Frau sollte keine Angst haben vor dem Fallen.“ Marta Feuchtwanger Als Muse und Ikone des deutschen Exils zählt sie neben Katia Mann und Alma Mahler-Werfel zu den bedeutenden Dichterfrauen des 20. Jahrhunderts. Manfred Flügge schildert das Leben dieser außergewöhnlichen Frau, die durch ihre Schönheit, ihren Witz und ihre Lebensklugheit beeindruckte. Das Buch bietet ein faszinierendes Frauenschicksal, einen spannenden Eheroman und ein lebendiges Zeitbild, unterstützt durch umfangreiche, teils unerschlossene Materialien, einschließlich der intimen Tagebü
Feldherr, Machtmensch und Reformer – ein Blick auf Napoleon 200 Jahre nach seinem Tod.Mit seinem Tod wurde Napoleon endgültig zur Legende. Doch der Mythos gehörte schon immer zu ihm. Er selbst wirkte an seiner Entstehung mit, und dies nicht erst in der Zeit der Verbannung. Seit Julius Cäsar verstand kein Feldherr so gut, wie wichtig das eigene Bild in der Öffentlichkeit für das Erreichen politischer Ziele ist. Mit Gespür für die großen Linien wie die bezeichnenden Details erfasst Manfred Flügge in seinem Essay das Wesentliche dieses widersprüchlichen Lebens am Übergang zweier Epochen – und zeigt, wie in Napoleon Person und Mythos untrennbar miteinander verschmelzen.„Ob man will oder nicht – man ist hingerissen und überwältigt von seinem Charakter und seiner Laufbahn.“ Lord Byron
Eine märchenhafte Schönheit, Freundin und Muse bedeutender Künstler, war Eva Herrmann, eine amerikanische Jüdin mit katholisch-bayerischer Erziehung. Geboren 1901 in München als Tochter eines Malers, wuchs sie in Bayern auf und pendelte zwischen den USA und Europa. Mit 18 Jahren reiste sie erstmals in die USA, besuchte die Sowjetunion und bewegte sich in Künstlerkreisen in Sanary-sur-Mer und Los Angeles. 1940 ließ sie Europa hinter sich und lebte bis zu ihrem Tod 1978 in Kalifornien. Sie erlangte Erfolg mit ihren Schriftsteller-Karikaturen und war die erste Frau in diesem Bereich. Ihre Liebschaften umfassten prominente Persönlichkeiten wie Johannes R. Becher und Aldous Huxley, während sie enge Freundschaften mit Klaus Mann, Sybille Bedford und anderen pflegte. Thomas und Katia Mann nahmen sie wie eine Tochter auf. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in einer Villa über der Bucht von Santa Barbara, wo sie sich der Astrologie und parapsychologischen Phänomenen widmete. Als Medium empfing sie Diktate verstorbener Persönlichkeiten, die sie ab 1976 unter dem Titel „Von drüben“ veröffentlichte, mit einem Nachwort von Thomas Mann. Manfred Flügge präsentiert die erste Biografie dieser faszinierenden Frau, die durch weltweite Archivforschung und Gespräche mit Zeitzeugen neue Einblicke in das Leben und die Kunst des 20. Jahrhunderts bietet.
Die ungewollte Rettung von 1200 Häftlingen: eine abgründige Geschichte Am 5. Februar 1945 fährt ein Zug aus Theresienstadt in die Schweiz. Vorausgegangen war ein Abkommen zwischen Heinrich Himmler und dem Schweizer Politiker Jean-Marie Musy. Weitere Zugaktionen wurden von Hitler persönlich unterbunden. Auf der Grundlage von eigenen Recherchen und Zeugenberichten erzählt Manfred Flügge Vor- und Nachgeschichte dieses Zuges und darin eingeflochten ein Familienschicksal, ein spannendes Kapitel aus den letzten Kriegsmonaten, grausam und grotesk, abgründig und absurd, eine Vermischung unterschiedlichster Interessen: Geheimdienstspiele mit den Westalliierten, um die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation zu unterlaufen, Versuche des konservativen Widerstands, Himmler für einen Umsturz zu benutzen, verzweifelte Bemühungen, Menschenleben zu retten, ein Puzzle aus Schicksalen, die sich nur indirekt berühren, wie eine Münze, die von Hand zu Hand wandert, eine Kette von Intrigen, die zu nichts führen können in diesem Krieg, der unerbittlich bis zum Ende ausgefochten wird. Und doch sind am Ende 1200 Menschen gerettet.
Figaro, der gewitzte Strippenzieher aus den Opern von Mozart und Rossini, übertrifft längst seinen Schöpfer an Bekanntheit. Manfred Flügge erzählt in dieser Biographie das abenteuerliche Leben von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (1732-1799). Vom Uhrmacherlehrling über Erfinder und Höfling bis hin zum Geschäftsmann, der sich in die Politik einmischt und Theaterstücke schreibt, zeigt Flügge die Widersprüche und Tragik in Beaumarchais' Leben. Seine Werke, insbesondere zwei miteinander verbundene Stücke, wurden trotz Mängeln erfolgreich und leben als Opern weiter. Flügge verfolgt mit Sachkenntnis und Eleganz keine denkmalpflegerischen Ziele, sondern beschreibt einen rastlosen Menschen, der alles mit Besessenheit und Freiheit des Geistes anging. Ob als innovativer Uhrmacher, Reeder, der amerikanische Rebellen unterstützt, Herausgeber der ersten Voltaire-Gesamtausgabe oder Geheimagent des französischen Königs – Beaumarchais suchte stets neue Wege. Sein Leben war geprägt von persönlichen und finanziellen Risiken, oft stand er vor dem Nichts. Flügge beleuchtet auch die Intrigen gegen den provokanten Libertin und Beaumarchais' Geschick, die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen. Sein Idealismus und Geschäftssinn, gepaart mit Familiensinn und Skrupellosigkeit, ergeben in Flügges Interpretation ein lebendiges Bild eines faszinierenden Menschen. Aktuell gibt es keine umfassendere Beaumarchais-Biographie auf dem deutschen Buchmark
Der Engel bin ich - Begegnungen in Los Angeles - bk1534; Aufbau Verlag; Manfred Flügge; pocket_book; 1999