Hans Veigl Livres






Im barocken Wien blühten Todesvorstellungen und Jenseitsinszenierungen, die zum ständigen Gefährten der Wiener Gemütlichkeit wurden und auf den Alltag übergriffen. Ein Alltag der, zwischen Todessucht und Spottlust, zwischen Narrenturm und Wurstelprater, zwischen Galgenspektakel und Heurigem oszillierend, in dieser Stadt seinen einzigartigen kulturellen und moralischen Ausdruck fand. Da nimmt es auch nicht wunder, dass in diesem Umfeld die Verdrängung und die Traumdeutung als Ausdruck unbewusster Ängste und Wünsche entdeckt wurden. Auf seinem Streifzug durch die Wiener Bezirke schildert Hans Veigl kenntnis- und detailreich die Geschichte morbider Gebräuche und Institutionen.
"An einem Wintersonntag nachmittags in einem Wiener Kaffeehaus, eingepfercht zwischen kartenspielenden Vätern, kreischenden Weibern und witzblattlesenden Kindern, erfaßt einen ein solches Gefühl der Einsamkeit, daß man sich nach dem wechselvollen Leben sehnt, das um diese Stunde an der Adventbai herrschen mag." Karl Kraus
Testbild, Twen und Nierentisch
- 174pages
- 7 heures de lecture
Die 50er Jahre: Eine Zeit, die geprägt war von stiller Behaglichkeit in Couchecken und Gummibäumen neben Nierentischen, von Dampfkochtopf und Waschmaschine, von Nylonstrümpfen und Novopanplatten ..
1901 eröffnete Felix Salten das „Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin“, das als erstes Kabarett Österreichs gilt. Inspiriert von Pariser Vorbildern, wollte er ein neues Genre für ein erlesenes Publikum schaffen. Die Broschüre erläutert die Gründe für das Scheitern dieses Vorhabens.
Karl Farkas und die Zeit zwischen den Kriegen. Gereimtes & Ungereimtes
- 336pages
- 12 heures de lecture
Karl Farkas, ein vielseitiger Künstler der Zwischenkriegszeit, prägte mit Fritz Grünbaum das österreichische Kabarett. Seine Texte, die in diesem Buch versammelt sind, umfassen lyrische Kolumnen, Schlager und Parodien, darunter „Im schwarzen Rössl“. Das Werk würdigt Farkas anlässlich seines 50. Todestages im Jahr 2021.
„Jargonpossen & Lebenswelten“ untersucht den Übergang von Volks- zur Massenkultur in Wien im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf dem Jargon, dem Jargontheater und der jüdischen Kleinkunst zwischen den Weltkriegen, sowie dem Humor und den Stereotypen über Juden. Eine Textsammlung ergänzt den Einblick in diesen vergessenen Humor.
Nachtlichter : Sezessionistisches Kabarett
- 182pages
- 7 heures de lecture
Wir sind so frei...
- 252pages
- 9 heures de lecture
Am Anfang stand das Ende der Habsburgermonarchie, am Ende der Anfang des Nationalsozialismus. Dazwischen lagen die wilden 20er-Jahre, in denen vieles von dem, was heute unser Leben prägt und ganz selbstverständlich ist, neu und besonders war: Radio und Kino, Kabarett und Jazzmusik, Kreuzworträtsel und Schnellimbiss, die Motorisierung der Landstraße und die Eroberung der Lüfte. Neben dieser „Massenkultur“ erlebte damals auch die „Hochkultur“ eine Blütezeit: Schönberg, Strauss und Webern revolutionierten die Konzerthäuser, Musil, Doderer und Canetti schrieben ihre Jahrhundertromane, und auch in der Kunst blieb dank Kokoschka & Co. kein Stein auf dem anderen. Und das alles, während sich die Bubikopf-Frauen emanzipierten, das „Rote Wien“ im katholischen Restösterreich recht einsam war, die Börsen krachten und manche sich für einen Deutschen aus Österreich zu interessieren begannen.
Das Buch umfasst zwei Teile: eine Biographie über Fritz Grünbaum und Texte von ihm, darunter gereimte Monologe, Kabaretttexte und Lieder. Grünbaum, 1880 in Brünn geboren und 1941 im KZ Dachau umgekommen, war einer der bedeutendsten Unterhaltungskünstler der Zwischenkriegszeit. Er begann 1906 als Kabarettist im Etablissement „Hölle“ im Souterrain des Theaters an der Wien. Mit seinen philosophischen und selbstironischen Monologen entwickelte er einen neuen Stil in der Conférence und war ein gefragter Gast auf deutschen Kabarettbühnen. Bis 1933 pendelte er zwischen Wien und den deutschen Zentren der Unterhaltung. Zudem schrieb er zahlreiche Operettenlibretti für bekannte Komponisten und seine Lieder wurden in ganz Wien gesungen. Gemeinsam mit Karl Farkas schuf er in den 1920er und 1930er Jahren viele Revuen, deren unvergessene Doppelconférencen Höhepunkte des österreichischen Kabaretts wurden. Auch als Filmschauspieler und Theaterdirektor war er aktiv. Nach dem „Anschluss“ wurde der Publikumsliebling verhaftet und ins KZ Dachau überstellt. Die Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters meldete im Mai 1938 stolz: „Den Grünbaum haben wir!“
Einzelgänger & Exzentriker
- 267pages
- 10 heures de lecture
Auffallend ist ihre Scheu vor bürgerlicher Konformität. Gemeinsam ist Ihnen das Vergnügen, anders, in aller Unschuld asozial zu sein. Einzelgänger und Exzentriker sind kreativer, wagemutiger, weniger kompromissbereit. Sie neigen zu hochfliegenden Plänen und zweifeln an deren Verwirklichung. Den Menschenschlag mit dem „Inselsyndrom“, das in den 30er Jahren für die „English Eccentries“ diagnostiziert wurde, gibt es aber auch hierzulande. Der Band enthält zahlreiche Lebensbilder des österreichischen Typus des Exzentrikers: Johann Valentin Neiner, der Sprachpurist, der seltsame Wortgebilde erfand, um das Französische und Italienische in Wien zu verdrängen. Der angesehene Hofjude Johann Adam Wetzlar von Plankenstein, der mitten im Biedermeier zum Islam konvertierte. Franz Grillparzer, der während seiner zahlreichen Reisen von einer voll entwickelten Hypochondrie begleitet wurde. Die Reichsgräfin Triangi, geborene Samek, verheiratete Rindskopf, gab in Wien Abende, an denen sie gleichermaßen schlecht sang wie spielte. In der Stadt aber wurde sie eine Institution, wo die Hetz immer schon etwas wert war. Vom Ottakringer Hochstapler und Hellseher Erik Jan Hanussen, von den Nazis ermordet, weil er zu viel wußte, bis zu Paul Wittgenstein, Dandy, Eintänzer und Großneffe des Philosophen und regelmäßiger Heilanstaltsinsasse reichen die Porträts.
Der Friedhof zu St. Marx
- 203pages
- 8 heures de lecture
Auf dem „Freythof ausser der Linie“ wurden zwischen 1782 und 1873 zahlreiche Menschen bestattet, denen zumeist ein mühsam errungener sozialer Aufstieg gemeinsam war. Um ihre irdischen Erfolge in der Erinnerung für die Nachwelt zu bewahren, wurden ihnen, bald nach Rücknahme der josephinischen, gleichmacherischen Bestattungsreform, in biedermeierlicher Liebe zur vielfältigen Symbolform, klassizistische oder historistische Grabdenkmäler gewidmet, mit attischen Stelen, trauernden Genien, Urnen, Tränentüchlein und Fackeln, steinernen Palmzweigen und flatternden Schmetterlingen geziert. Unter den rund 6.000 Grabsteinen finden sich Hunderte, die Namen von Künstlern, Wissenschaftlern, Praterleuten und sonstigen Persönlichkeiten tragen, Grabmäler, die dem Besucher von Wiens reicher Vergangenheit, von stolzen und traurigen Lebensschicksalen erzählen. Die weniger Erfolgreichen hingegen kamen, so wollte es die soziale Ordnung jener Zeit, in anonyme Armen- oder Schachtgräber. Der Erfinder Josef Madersperger etwa, oder jener späterhin recht bekannte Komponist, der 1791, mit 35 Jahren, in einem solchen anonymen Schachtgrab beigesetzt wurde, und dessen Reste zehn Jahre später nach Auflassung und Neubelegung des Grabortes hier irgendwo verstreut worden waren: Wolfgang Amadeus Mozart.
Im Januar 1929 kehrt Ludwig Wittgenstein zum zweiten Mal nach Cambridge zurück, wo er zuvor kurzzeitig bei Bertrand Russell studiert hatte. Diesmal gelingt ihm ein rascher Studienabschluss mit seinem „Tractatus logico-philosophicus“ und eine anschließende Lehrtätigkeit. In Cambridge beginnt er, seine Spätphilosophie zu entwickeln und wird als charismatischer Lehrer am Trinity College zu einer zentralen Figur des Universitätslebens. Trotz zahlreicher Reisen bleibt Cambridge der zentrale Ort seines Lebens, wo er am 29. April 1951 stirbt. Wittgenstein beschreibt seine Lehrtätigkeit als die eines Fremdenführers, der die Studierenden durch die Philosophie begleitet. Ähnlich geht der Autor Hans Veigl vor, indem er den Leser auf eine „Spurensuche in Sachen Lebensform“ schickt. Veigl vermittelt eindrucksvoll das geistige und gesellschaftliche Leben der Stadt und der Zeit, einschließlich der naturwissenschaftlichen Dominanz in den akademischen Diskussionen, der männerdominierten College-Geschichte, die erst Mitte des 20. Jahrhunderts Frauen den Zugang zu akademischen Abschlüssen ermöglichte, sowie der homoerotischen Neigungen der Studenten und der kommunistischen Begeisterung in den 1930er Jahren. All dies beeinflusste Wittgenstein und hinterließ auch Spuren seiner eigenen starken Persönlichkeit im geistigen Klima von Cambridge. Veigl vereint das historische Umfeld, biografische Stationen und das Werk des Philosophen zu einem kritische
Bombenstimmung
- 237pages
- 9 heures de lecture
Lachen im Keller
- 239pages
- 9 heures de lecture













