Diese erste Arbeit von Alphonse Daudet (1840-1897) schöpft stark aus der Biografie des Schriftstellers. Daniel Eyssette, ein Kind des Südens, ist nach dem Bankrott seines Vaters in den nebligen Lyon verbannt und wird von einem Lehrer mit Verachtung „der kleine Chose“ genannt. Er ist auch der verängstigte Aufsichtsschüler, der von seinen Mitschülern terrorisiert wird, und der arme junge Mann, der zwischen Ruhmesträumen und weiblichen Versuchungen hin- und hergerissen durch die Straßen der Hauptstadt irrt. Auch die schreckliche Figur des Herrn Viot, der allgemeine Aufseher, die unglückliche Dienerin mit den „schwarzen Augen“, die Negerin Coucou-Blanc und der liebe ältere Bruder, genannt „Mère Jacques“, sind lebendig und eindrucksvoll gezeichnet. Nahe am Naturalismus, bietet Daudets Darstellung der Schulen und der literarischen Bohème dennoch den Humor und die Poesie, die den Erfolg der Lettres de mon moulin ausmachten. Als Roman einer gedemütigten Kindheit bleibt Le Petit Chose ein Klassiker, zwischen Dickens und Zola.
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