Die zweisprachige Anthologie enthält 42 Gedichte der beiden französischen Surrealistinnen. Es sind sehr unterschiedliche Dichterinnen, aber beide schreiben gegen die aufgezwungene Stimmlosigkeit, und für beide ist das Schreiben eine elementare Kraft. Mit ihren metaphern, verhalten und aggressiv, brechen sie aus dem engen Käfig weiblicher Bider, setzen Worte in Bewegung und entwerfen neue Wege zu alten Formen
Eva Maria Schulz Jander Livres






Der Sammelband widmet sich dem Leben und Wirken des Kasseler Philosophen Franz Rosenzweig (1886–1929). In zwölf reich bebilderten Beiträgen von Myriam Bienenstock, Micha Brumlik, Regina Burkhardt-Riedmiller und anderen wird sein Schaffen facettenreich beleuchtet. Die Autoren aus drei Kontinenten thematisieren die Geschichte der Familie Rosenzweig in Kassel, Rosenzweigs Liebesbeziehung zu Margrit Rosenstock-Huessy und die letzten sieben Jahre seiner Totallähmung, die ihn ans Krankenlager fesselte und ihm die Sprechfähigkeit raubte. Im Mittelpunkt stehen seine bedeutenden Werke, insbesondere „Der Stern der Erlösung“, ein herausragendes religionsphilosophisches Hauptwerk, dessen Grundzüge er auf Feldpostkarten während des Ersten Weltkriegs entwarf. Zudem wird die gemeinsam mit Martin Buber begonnene Verdeutschung der Schrift behandelt, die dem assimilierten Judentum die sprachliche Schönheit des hebräischen Bibeltextes näherbringen sollte. Weitere Themen sind Rosenzweigs Neubestimmung des Judeseins in der Moderne, seine Bildungstheorie und die praktische Umsetzung im Freien Jüdischen Lehrhaus in Frankfurt am Main sowie seine Vision einer gegenseitigen Anerkennung von Juden und Christen in ihren bleibenden Glaubensdifferenzen.
Die Geschichte des Kasseler Juden Hans Mosbacher ist Erinnerungsliteratur aus zweiter Hand. Erinnert durch seinen Sohn und aufgeschrieben von der Chronistin Eva M. Schulz-Jander entstand „eine jüdisch-deutsche Bindestrichgeschichte“. Als Kasseler Bürger, der sich im wilhelminischen Kaiserreich sozialisiert hatte, überstand Mosbacher mit Humor und Witz nicht nur den ersten Weltkrieg. In Israel, wohin er 1937 auswanderte, führte er mit Verwandten und Freunden aus Kassel sein „Deutsches Leben“ fort. Mit humoristischen Gedichten und Theaterstücken, geboren aus der Deutschen Klassik, versüßte Mosbacher sich weiterhin das Leben – und signalisierte seinen Kindern, dass das neue Leben ein glückliches sei. So erklärte er seinem Sohn bei der Ansicht eines Gullideckels: „Siehst du, wie die Stadt Haifa mich willkommen heißt. Überall steht in großen Buchstaben H. M. – Hans Mosbacher. Ist das nicht wunderbar?“ Und der kleine Junge glaubte dem Vater, bis er erfuhr, dass H. M. für „Haifa Municipality“ stand. Mit der Erzählung von Hans Mosbacher liefert die Chronistin ein Werk, das sich an den scharfen Kanten des öffentlichen Erinnerungsdiskurses reibt. „Ich wollte genau wie mein Vater, den Kasslern erzählen, dass wir ehemaligen Kassler Juden weiter Spaß am Leben haben. Einen Teil von , unserem früheren Kassel´ haben wir mit nach Israel genommen und dort auf unsere Weise weiter entwickelt.“ (Benyamin Maoz über die Chronik seines Vaters)