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Jutta Schubert

    Zu blau der Himmel im Februar
    Zwischen Sein und Spielen
    Der Mond ist ein Licht in der Nacht
    Casanovas Nacht
    Rettungen
    Zu blau der Himmel im Februar
    • Casanovas Nacht

      • 48pages
      • 2 heures de lecture

      Den Casanova in einem ärmlichen Zimmer zu finden, indem es wenigstens keine Ratten zu geben scheint und wo er ein Inselt unter der Bettdecke zerdrückt, da stösst Ciacomo zu Sinnieren und zu Schwadronieren an, flaniert durch

      Casanovas Nacht2024
    • Der Mond ist ein Licht in der Nacht

      • 278pages
      • 10 heures de lecture

      Jutta Schuberts Erzählungen sind Abschiedstexte zu Lebzeiten, die thematisch um Vergänglichkeit, Trennung und Flucht kreisen. Es geht darum, etwas zu bewahren, um das Leben weiterhin zu bestehen. Vom Vergehen der scheinbar endlosen Jugend bis zum beschwerlichen Alter. In allen Geschichten spielt der Mond motivisch eine Rolle, mal zentral, mal eher beiläufig. Der Mond ist das Licht in der Nacht, das ein alter Mann sieht, der in seinem Garten steht, den er nicht mehr bearbeiten kann. Es ist das Mondlicht, das die Flüchtlinge in einem französischen Camp benötigen, um nachts auf den Zug nach England zu springen. Oder er wird wie ein Amulett zum Schutzsymbol zweier Reisender.

      Der Mond ist ein Licht in der Nacht2023
    • Rettungen

      Erzählungen

      • 352pages
      • 13 heures de lecture

      »Glück kann man nicht bauen, dachte sie, nicht konstruieren, nicht planen, sich schon gar nicht darauf vorbereiten, es weder festhalten noch zu wiederholen versuchen.« Von kleinen Fluchten bis zu Rettungen in letzter Sekunde erzählt dieser Band, und davon, dass Auswege und Neuanfänge möglich sind. Die rasant erzählten Geschichten durchkämmen die Gedankenwelt der Heldinnen und Helden, kreisen um den Kern der Konflikte, zwingen zu Entscheidungen, holen die Figuren aus ihrer Komfortzone.

      Rettungen2020
    • Zwischen Sein und Spielen

      George Tabori - Eine Liebeserklärung

      Jutta Schubert verfolgte seine Theaterarbeit bereits als Studentin und begegnete ihm in den frühen Achtzigerjahren als Regieassistentin am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Claus Peymann. In ihren Erinnerungen an die Begegnungen mit dem großen Theatermann, dessen Wirken und Person auch ihre eigene Theaterarbeit entscheidend beeinflusst haben, zeichnet sie das Bild eines unvergesslichen Theaterzauberers.

      Zwischen Sein und Spielen2020
    • Zu blau der Himmel im Februar

      Roman über Alexander Schmorell und die Weiße Rose

      • 168pages
      • 6 heures de lecture

      Anfang Im Zug von München nach Klais beginne ich mit den Aufzeichnungen. Es ist Februar. Föhnwetter, blauer Himmel, fünfzehn Grad, eine milde Sonne. Hier fuhr er entlang. An der Bahnstrecke sitzen die Leute in ihren Gärten in Liegestühlen, als sei schon Mai. Was hat er vom Zugfenster aus gesehen? Falls er überhaupt etwas sah, und nicht die Todesangst seine Wahrnehmung trübte. Die Bäume - viele sind älter als siebzig Jahre - also muss er sie gesehen haben. Zu welcher Tageszeit sah er sie? Wie lange brauchte der Zug damals? Nichts ist sicher. Nichts wird man mehr genau wissen können, niemals mehr. Bei geschlossenen Augen zeichnet die Sonne groteske Re flexe aus Licht und Schatten auf die Lider. Ein Flirren. Er hatte sicherlich die Augen offen. Er wird nicht gewagt haben, sie auch nur für einen Moment zu schließen. Die wenigen, die ich noch fragen konnte, bestätigten, dass das Wetter genauso war. Ein strahlender Vorfrühling, der den Beteiligten grotesk und grausam erschien, eine Voran kündigung nahen Lebens, des Wiedererwachens der Natur und mitten darin ein sinnloses Sterben, wie zufälliger Tod. Der Zug passiert Starnberg. Links liegt der See. Das Strand café ist um diese Jahreszeit noch geschlossen, eine auf spätere Tagestouristen und sonnenhungrige Urlauber wartende Idyl le. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt er reicht der Zug Tutzing. Bestimmt hatte er Angst vor Kontrollen, war er nervös, konnte kaum erwarten, dass der Zug endlich weiter fuhr. Vielleicht bereute er flüchtig, seine Uniform verbrannt zu haben. Sah den Moment wieder vor sich und Lilos schreckgeweitete Augen, als sie sagte: Damit schneidest du dir jeden Rückweg ab. Es gibt keinen Rückweg, hatte er ihr geantwortet, aber in dem Augenblick, als er das sagte, glaubte er wahrscheinlich selbst noch nicht so bedingungslos daran. Erst später, jetzt vielleicht, hier. Es ist angenehm, in der Sonne am Fenster zu sitzen. Eine Schulklasse, die sich wohl auf einem Ausflug befindet, steigt in Tutzing aus. Es wird augenblicklich spürbar stiller im Ab teil. Die Fahrt geht durchs Alpenvorland. Grauer Misch wald, Schneereste in den Senken. Dazwischen trockene Hoch ebe nen, bleiches Gras. Links ein kleiner See, auf dem noch Eis schwimmt, ein Schwan am Ufer. Zwiebeltürme. Weil heim. Zugefrorene Tümpel. Am Bahnhofsgebäude ein ros tiges Schild mit der Ortsaufschrift. Hing es damals schon? Hinter Weilheim tut sich links der Blick in die Berge auf, eine blass blaue Silhouette, sich scheinbar entfernend. Endlich, muss er gedacht haben. Hinter diesen Bergen er hoffte er sich die Rettung. Auch zur Rechten sieht er jetzt Bergketten. Die Gipfel im Schnee. Langsam, aber stetig, fährt er auf die Berge zu. Eine Melodie schießt ihm durch den Kopf, er denkt flüchtig an Tschaikowskys Symphonien, er sieht das Klavier, die Balalaika, seine Zeichnungen ... und es durchzuckt ihn ein Schmerz wegen der Dinge, die er zurücklassen musste und jetzt schon vermisst, die er künftig immer vermissen wird. Einst, in einem anderen Leben, haben sie zu ihm gehört, einem Leben, aus dem er gerade verzweifelt hinaus fährt, mit unbekanntem Ziel. Und Hans ... - er bricht den Gedanken ab. Hinter Uffing matschige Feldwege, Traktorspuren im Schlamm, rechts der Staffelsee, dahinter nah, viel näher schon, die Kulisse der Berge, Sonnenlicht in den Schneehängen, ein per fek tes Modell für romantische Ölbilder, im Vordergrund Maul wurfshügel in den Wiesen, immer sehen sie ein bisschen wie frische Gräber aus. Könnte man sich doch unter der Erde verstecken! Bei Murnau schimmert der See weißlich vom Eis. Starres Wasser. Die Ohren dröhnen von der Stille. Er kann sich nicht satt sehen. Wie herrlich das Land ist. Diese Landschaft wird bleiben. Bleiben. Alles überstehen. Rechts rücken die Berge zum Greifen nahe. Ununterscheidbare Gip fel. Es geht ihm nicht schnell genug. Fahr, fahr. Ein Bachlauf in den Wiesen. Alles fließt von München fort. Fort. Pferde. Höfe.

      Zu blau der Himmel im Februar2016
    • Alexander Schmorell ist seit Tagen auf der Flucht, als die Geschwister Scholl hingerichtet werden. Gemeinsam mit Hans Scholl hatte er die „Weiße Rose“ gegründet und deren Flugblätter verfasst. Schmorells Flucht scheitert, und er kehrt nach München zurück, wo sein Fahndungsplakat an den Wänden klebt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er verraten wird. Jutta Schubert schildert in ihrem Roman ein bisher unbekanntes Schicksal des deutschen Widerstands. Die Geschichte basiert auf Interviews mit Zeitzeugen, darunter Familienangehörige und Freunde von Schmorell und anderen Protagonisten der „Weißen Rose“, die mittlerweile verstorben sind. So entsteht ein einzigartiges Dokument seiner misslungenen Flucht und ein Roman, der die Dramatik und Tragik seines Scheiterns nachzeichnet, das in seiner Verhaftung und Hinrichtung mündete. 2004 wurde das Theaterstück „Aus den Archiven des Terrors“ aus dem Interview-Material mit Zeitzeugen vom Jungen Schauspiel Ensemble München uraufgeführt. In der Süddeutschen Zeitung vom 6.2.2010 wurde hervorgehoben, dass die Bühnenfassung des JSEM die Geschichte neu belebt und anders sowie besser erzählt, trotz der Vielzahl an bereits existierenden Filmen und Büchern über die Münchner Widerstandsgruppe im Dritten Reich.

      Zu blau der Himmel im Februar2013
      4,5