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Rolf Binner

    Massenmord und Lagerhaft
    Stalinismus in der sowjetischen Provinz 1937 - 1938
    Wiens schuld?
    • Ende Juli 1937 leitete der Volkskommissar des Innern der Sowjetunion Nikolaj Ežov (Jeschow) mit dem "Befehl Nr. 00447" eine Massenverfolgung unangepasster, auffällig gewordener Sowjetbürger ein. Sie wurde nach der Hauptkategorie der Verfolgten im NKVD-Jargon "Kulakenoperation" genannt. Ihr fielen bis November 1938 Hunderttausende zum Opfer. Sie wurden nach Listen festgenommen und in Schnellverfahren zum Tode oder zu Lagerhaft verurteilt. Dabei handelte es sich nicht um politische Fälle oder "große Fische", sondern um ganz einfache Menschen. Obwohl alles zentral gelenkt wurde, ergaben sich bei der Durchführung erhebliche regionale Unterschiede, die auf die umfangreichen Kompetenzen zurückzuführen sind, die den regionalen Behörden zugebilligt wurden. Diesen Unterschieden gehen die Beiträge des Bandes nach. An seiner Erarbeitung waren im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes russische, ukrainische und deutsche Spezialisten beteiligt.

      Stalinismus in der sowjetischen Provinz 1937 - 1938
    • Das Bild vom Großen Terror ist seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts von den Schauprozessen gegen die alten Bolschewiki und die neuen Eliten der Sowjetunion geprägt. Abseits öffentlicher Aufmerksamkeit wurde jedoch auch zahlenmäßig ein ganz anderer Terror ausgeübt: die geheimen „Massenoperationen“ der Jahre 1937-1938. Erst seit Ende der Sowjetunion wurde nach und nach bekannt, dass in diesen Jahren ganze nationale Gruppen und Hunderttausende einfacher, unangepasster Bürger einer bürokratisch organisierten Verfolgung unterlagen. Sie werden keinen Solzenicyn finden, weil sie lautlos und unbemerkt verschwanden. Der Band dokumentiert und kommentiert die Durchführung der „Massenoperation“ zur Ausmerzung von „Kulaken, Kriminellen und anderen antisowjetischen Elementen“. Ausgelöst wurde sie durch einen vom Politbüro der kommunistischen Partei gebilligten Befehl des Volkskommissars für innere Angelegenheiten Ezov vom 30. Juli 1937. Ihr fielen bis zu ihrer Beendigung im November 1938 fast 800.000 Menschen in Schnellverfahren zum Opfer.

      Massenmord und Lagerhaft