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Auf den Leib geschrieben

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Klassische Arbeit des amerikanischen Anthropologen Thomas W. Laqueur (* 1945) von der Universität Kalifornien in Berkeley hat für die Geschichte der Sexualität und Geschlechter eine vergleichbare Bedeutung wie Michel Foucaults "Geschichte der Sexualität". Der ursprüngliche Titel des englischen Originals von 1990 – "Making Sex" – spielt auf die historische und kulturelle Konstruktion der Sexualität an, die als vermeintlich biologisches Fundament der Unterschiede zwischen Männern und Frauen verstanden wird. Laqueur skizziert die Kategorien des ein- und zweigeschlechtlichen Modells: Im zweigeschlechtlichen Modell sind männliche und weibliche Genitalien grundlegend unterschiedliche Organe, während im ein geschlechtlichen Modell das weibliche Geschlechtsorgan lediglich eine nach innen gezogene und weniger "warme", also energetisch aufgeladene Variante von Penis und Hoden darstellt. Laqueur bietet umfassende Analysen antiker, renaissancezeitlicher und nachaufklärerischer Autoren und Autorinnen aus den Bereichen Philosophie, Medizin, politischer Agitation, Essayistik und Poesie und fordert uns auf, alles, was wir im Bereich der Sexualität für natürlich und gegeben hielten, neu zu überdenken.

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Auf den Leib geschrieben, Thomas Walter Laqueur

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1996
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