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Beliebigkeitsethos und Zwangsästhetik

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Der Autor widerlegt die erneuten Versuche, für menschliches Wollen auch nach dem Zusammenbruch der (geschichts-)metaphysischen Legitimationssysteme noch a priori gültige Verbindlichkeiten herzustellen. Es gibt kein Sollen vor dem Wollen, weder in dem intersubjektiv durch Sprache vermittelten einzelnen Menschen (Apel), noch außerhalb des Menschen (Hösle). Ethos ist beliebig, zum Teil obsolet geworden. Wenn nun das ethische Defizit heute überwiegend ästhetisch kompensiert wird – wo keine Wahrheiten mehr faszinieren, wird das Faszinosum zur Wahrheit –, erhebt sich die Frage, ob nicht ursprünglich umgekehrt das Ethos und das Ethische im Ästhetischen begründet liegen. Denn Ethos, Sinn konnte sich erst dort konstituieren, wo es dem Menschen in der meta-physischen Bedürftigkeit des ennui sinnvoll erschien, seine meta-physischen Überschussenergien in Anderem zu verbrauchen. Das Andere, Ethos als „la promesse du bonheur“ war nur möglich durch „le bonheur de la promesse“, einem genuin ästhetischen Phänomen.

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Beliebigkeitsethos und Zwangsästhetik, Benno Hübner

Langue
Année de publication
1996
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Titre
Beliebigkeitsethos und Zwangsästhetik
Langue
Allemand
Publié
1996
Format
souple
Pages
131
ISBN10
3851652320
ISBN13
9783851652321
Séries
Description
Der Autor widerlegt die erneuten Versuche, für menschliches Wollen auch nach dem Zusammenbruch der (geschichts-)metaphysischen Legitimationssysteme noch a priori gültige Verbindlichkeiten herzustellen. Es gibt kein Sollen vor dem Wollen, weder in dem intersubjektiv durch Sprache vermittelten einzelnen Menschen (Apel), noch außerhalb des Menschen (Hösle). Ethos ist beliebig, zum Teil obsolet geworden. Wenn nun das ethische Defizit heute überwiegend ästhetisch kompensiert wird – wo keine Wahrheiten mehr faszinieren, wird das Faszinosum zur Wahrheit –, erhebt sich die Frage, ob nicht ursprünglich umgekehrt das Ethos und das Ethische im Ästhetischen begründet liegen. Denn Ethos, Sinn konnte sich erst dort konstituieren, wo es dem Menschen in der meta-physischen Bedürftigkeit des ennui sinnvoll erschien, seine meta-physischen Überschussenergien in Anderem zu verbrauchen. Das Andere, Ethos als „la promesse du bonheur“ war nur möglich durch „le bonheur de la promesse“, einem genuin ästhetischen Phänomen.