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Frau Regel Amrain und ihr Jüngster

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Während der Zeit war aber seine Mutter nach Hause zurückgekehrt und sah ihren offen stehenden Kleiderschrank sowie die Verwüstung, die er in Schachteln und Kästchen angerichtet hatte. Als sie vollends vernahm, zu welchem Ende hin dies geschehen war und da ihre Hoffnung in Weiberkleidern, und dazu noch in ihren besten, ausgezogen war, überfiel sie erst ein großer Zorn, dann aber eine noch größere Unruhe; denn nichts schien ihr geeigneter, einen jungen Menschen in das Lotterleben zu bringen, als wenn er in Weiberkleidern auf eine Seldwyler Hochzeit ging. Sie ließ daher ihr Abendessen ungenossen stehen und ging eine Stunde lang in der großen Unruhe umher, nicht wissend, wie sie ihren Sohn den drohenden Gefahren entreißen solle. Es widerstrebte ihr, ihn kurzweg abrufen zu lassen und dadurch zu beschämen; auch fürchtete sie nicht mit Unrecht, da er zurückgehalten werden oder aus eigenem Willen nicht kommen durfte. Und dennoch fühlte sie wohl, wie er durch diese einzige Nacht auf eine entscheidende Weise auf die schlechte Seite verschlagen werden könnte.

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Frau Regel Amrain und ihr Jüngster, Gottfried Keller

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1925
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Titre
Frau Regel Amrain und ihr Jüngster
Langue
Allemand
Publié
1925
Format
rigide
Séries
Seldwyla
Évaluation
3,1 sur 5
Description
Während der Zeit war aber seine Mutter nach Hause zurückgekehrt und sah ihren offen stehenden Kleiderschrank sowie die Verwüstung, die er in Schachteln und Kästchen angerichtet hatte. Als sie vollends vernahm, zu welchem Ende hin dies geschehen war und da ihre Hoffnung in Weiberkleidern, und dazu noch in ihren besten, ausgezogen war, überfiel sie erst ein großer Zorn, dann aber eine noch größere Unruhe; denn nichts schien ihr geeigneter, einen jungen Menschen in das Lotterleben zu bringen, als wenn er in Weiberkleidern auf eine Seldwyler Hochzeit ging. Sie ließ daher ihr Abendessen ungenossen stehen und ging eine Stunde lang in der großen Unruhe umher, nicht wissend, wie sie ihren Sohn den drohenden Gefahren entreißen solle. Es widerstrebte ihr, ihn kurzweg abrufen zu lassen und dadurch zu beschämen; auch fürchtete sie nicht mit Unrecht, da er zurückgehalten werden oder aus eigenem Willen nicht kommen durfte. Und dennoch fühlte sie wohl, wie er durch diese einzige Nacht auf eine entscheidende Weise auf die schlechte Seite verschlagen werden könnte.