Bookbot

Decolonizing Auschwitz?

Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung

Évaluation du livre

En savoir plus sur le livre

Ob und auf welche Weise die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, allen voran der Holocaust und der Vernichtungskrieg im Osten, in eine Beziehung zu kolonialen Genoziden und Gewalttaten gesetzt werden können oder sollten, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten. Der Antisemitismusforscher Steffen Klävers rekonstruiert verschiedene Ansätze der Holocaustforschung, mit denen - einer postkolonialen Perspektive folgend - in den vergangenen Jahren postuliert wurde, eine vergleichende Bezugnahme auf koloniale Gewaltverbrechen könne zu einem besseren Verständnis der Shoa beitragen. In der Tat ließen sich, so Klävers, auf diese Weise einige Kontinuitäten etwa zwischen kolonialrassistischer und antisemitischer Ideologie und den mit ihnen verbundenen (Gewalt-)Praktiken ausmachen. Allerdings scheiterten solche Ansätze daran, die Differenz zwischen beiden in den Fokus zu nehmen. So sei der Antisemitismus der Nationalsozialisten wesentlich mit der wahnhaften Vorstellung verbunden gewesen, die Vernichtung der Jüdinnen und Juden würde zu einer Erlösung der deutschen „Volksgemeinschaft“ führen. Nur wenn solche Zusammenhänge in den Blick gelangen, könne man verstehen, was den Holocaust von anderen Gewaltverbrechen der Moderne unterscheidet und ihn dadurch singulär macht.

Édition

Achat du livre

Decolonizing Auschwitz?, Steffen Klävers

Langue
Année de publication
product-detail.submit-box.info.binding
(souple),
État du livre
Très bon
Prix
14,49 €

Modes de paiement

3,9
Très bien
7 Évaluations

Il manque plus que ton avis ici.

Titre
Decolonizing Auschwitz?
Sous-titre
Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung
Langue
Allemand
Format
souple
ISBN10
374250746X
ISBN13
9783742507464
Séries
Évaluation
3,85 sur 5
Description
Ob und auf welche Weise die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, allen voran der Holocaust und der Vernichtungskrieg im Osten, in eine Beziehung zu kolonialen Genoziden und Gewalttaten gesetzt werden können oder sollten, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten. Der Antisemitismusforscher Steffen Klävers rekonstruiert verschiedene Ansätze der Holocaustforschung, mit denen - einer postkolonialen Perspektive folgend - in den vergangenen Jahren postuliert wurde, eine vergleichende Bezugnahme auf koloniale Gewaltverbrechen könne zu einem besseren Verständnis der Shoa beitragen. In der Tat ließen sich, so Klävers, auf diese Weise einige Kontinuitäten etwa zwischen kolonialrassistischer und antisemitischer Ideologie und den mit ihnen verbundenen (Gewalt-)Praktiken ausmachen. Allerdings scheiterten solche Ansätze daran, die Differenz zwischen beiden in den Fokus zu nehmen. So sei der Antisemitismus der Nationalsozialisten wesentlich mit der wahnhaften Vorstellung verbunden gewesen, die Vernichtung der Jüdinnen und Juden würde zu einer Erlösung der deutschen „Volksgemeinschaft“ führen. Nur wenn solche Zusammenhänge in den Blick gelangen, könne man verstehen, was den Holocaust von anderen Gewaltverbrechen der Moderne unterscheidet und ihn dadurch singulär macht.