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Gespenstische Souveränität

Zur politischen Einbildungskraft zwischen 1910 und 1920

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Im September 1910 besuchen der deutsche und der österreichische Kaiser ein Kino im Wiener Prater, wo sie Filme sehen, die sie selbst auf der Leinwand zeigen. Diese monarchischen Repräsentanten sind sowohl Zuschauer als auch Darsteller. Plötzlich reißt der Filmstreifen, was nicht nur die Repräsentationslogik monarchischer Souveränität stört, sondern auch als Symbol für den Wandel der Vorstellung und Darstellung von Souveränität zwischen 1910 und 1920 interpretiert werden kann. Das Buch von Sebastian Haselbeck untersucht das Nachleben monarchischer Repräsentationsformen beim Übergang zur Demokratie. Der Fokus liegt auf literarischen und filmischen Darstellungen von Souveränität im deutschen und habsburgischen Kaiserreich. Es werden verschiedene Konstellationen betrachtet, darunter die Zelluloid-Doppelgänger im Prater, Franz Kafkas „Verspensterung“ kaiserlicher Souveränität, die hölzerne Hindenburg, eine Nagelstatue im Berliner Tiergarten, die Hugo Balls politischen Ikonoklasmus inspiriert, sowie Max Webers „genialischer Seeräuber“, der als einsamer Charismatiker die bürokratisierte Moderne herausfordert. Diese historischen Gegenstände werden eingehend untersucht und neu beleuchtet.

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Gespenstische Souveränität, Sebastian Haselbeck

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2021
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