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Das Montglane-Spiel

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Frühjahr 1790: Eine Gruppe Nonnen überquerte die Straße, ihre gestärkten Hauben hoben und senkten sich wie die Flügel großer Meeresvögel. Beim Durchqueren des hohen, steinernen Stadttors stoben Hühner und Gänse aufgeregt durch schlammige Pfützen davon. Die Nonnen gingen dem Klang der Glocke entgegen, die über ihnen ertönte. Dieser Frühling wurde als le printemps sanglant, der blutige Frühling, bezeichnet. Die Kirschbäume blühten früh, noch bevor der Schnee auf den Bergen geschmolzen war. Ihre dünnen Äste senkten sich unter der Last der nassen, roten Blüten. Einige sahen darin ein gutes Omen, ein Symbol der Wiedergeburt nach dem langen Winter. Doch der kalte Regen ließ die Blüten erstarren, durchzogen von schmutzigbraunen Frostadern, die wie blutverkrustete Wunden wirkten. Auch dies wurde als Zeichen des Himmels gedeutet. Das Kloster von Montglane thronte hoch über dem Tal und erinnerte an einen gewaltigen Felsvorsprung. Fast tausend Jahre lang war dieser festungsähnliche Bau unberührt geblieben. Die Mauern türmten sich in mehreren Schichten übereinander. Mit der Zeit wurden neue Mauern vor den verwitterten Steinen errichtet, wodurch das Kloster zu einem abweisenden Bollwerk wurde, das viele Geschichten und Gerüchte nährte. Montglane war das älteste noch genutzte kirchliche Monument in Frankreich.

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Das Montglane-Spiel, Katherine Neville

Langue
Année de publication
1994
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4,0
Très bien
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Langue
Allemand
Publié
1994
Format
souple
Pages
558
ISBN10
3453064348
ISBN13
9783453064348
Première publication
1988
Titre original
The Eight
Évaluation
3,95 sur 5
Description
Frühjahr 1790: Eine Gruppe Nonnen überquerte die Straße, ihre gestärkten Hauben hoben und senkten sich wie die Flügel großer Meeresvögel. Beim Durchqueren des hohen, steinernen Stadttors stoben Hühner und Gänse aufgeregt durch schlammige Pfützen davon. Die Nonnen gingen dem Klang der Glocke entgegen, die über ihnen ertönte. Dieser Frühling wurde als le printemps sanglant, der blutige Frühling, bezeichnet. Die Kirschbäume blühten früh, noch bevor der Schnee auf den Bergen geschmolzen war. Ihre dünnen Äste senkten sich unter der Last der nassen, roten Blüten. Einige sahen darin ein gutes Omen, ein Symbol der Wiedergeburt nach dem langen Winter. Doch der kalte Regen ließ die Blüten erstarren, durchzogen von schmutzigbraunen Frostadern, die wie blutverkrustete Wunden wirkten. Auch dies wurde als Zeichen des Himmels gedeutet. Das Kloster von Montglane thronte hoch über dem Tal und erinnerte an einen gewaltigen Felsvorsprung. Fast tausend Jahre lang war dieser festungsähnliche Bau unberührt geblieben. Die Mauern türmten sich in mehreren Schichten übereinander. Mit der Zeit wurden neue Mauern vor den verwitterten Steinen errichtet, wodurch das Kloster zu einem abweisenden Bollwerk wurde, das viele Geschichten und Gerüchte nährte. Montglane war das älteste noch genutzte kirchliche Monument in Frankreich.