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Kindheit und Jugend

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Du schreibst mir, liebste Mama, daß unser altes Haus in der Ferdinandsgasse niedergerissen werde. Laß es geschehen; umso dauernder wird es uns bleiben. Denn wenn es nicht mehr ist, wird es uns erst gehören. Wir durften es nie wirklich unser nennen. Sein Eigentümer, der es besser verwerten möchte, verliert es, und wir gewinnen dabei. Das alte Haus war einst ein jüdisches Bethaus, was mir immer sonderbar erschien. Niemand konnte die Sage belegen. Gegenüber stand die viel ältere Kirche zur heiligen Magdalena. Beide Gebäude waren schmal und tief, was eine gewisse Verwandtschaft andeutet. Doch die Beziehung zwischen den Nachbarn war nicht an Besuche oder Ähnliches geknüpft, sondern lag im beständigen Gegenüber. Die Gasse war eng, und der Kirche war nicht auszuweichen. Jedes Mal, wenn man an eines der fünf kleinen Fenster trat, hatte man es mit der alten Kirche zu tun. Sie hatte nur zwei Fenster, rechts und links von der Eingangspforte, zu der man auf breiten, steilen Stufen hinaufstieg. Daneben gab es einen geheimnisvollen Hof, zu dem eine vertiefte Türe in einer niedrigen Mauer führte.

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Kindheit und Jugend, Richard von Schaukal

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2023
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