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Alte deutsche Städte wie Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber und Lübeck sind weltweit bekannt, da sie ein deutliches Bild vergangener Zustände bieten, die heute nur noch als Überreste einer untergegangenen Zeit existieren. Menschen reisen von weit her, um diese Städte zu besichtigen, oft ohne genau zu wissen, was sie daran anspricht. Wahrscheinlich ist es die unbewusste Sehnsucht nach einer Zeit, die nicht so idyllisch war, wie sie heute oft dargestellt wird – denn in ihrer Blütezeit floss viel Blut. Dennoch symbolisieren diese alten Städte eine Epoche, die den wilden Konkurrenzkampf des entfesselten Kapitalismus nicht kannte. Die Giebel der Häuser deuten auf ein wohlhabendes oder bescheidenes, aber wirtschaftlich sicheres Leben hin, unterstützt von Zünften oder Kaufmannsgilden, die dafür sorgten, dass jeder seine „Nahrung“ erhielt. Diese Bürgerliche Romantik, das Zurücksehnen nach vermeintlich „besseren“ Zeiten, ist oft verbunden mit einer Angst vor den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft, die sich ein Kleinbürger nicht vorstellen kann. Letztlich sind es Illusionen und Selbsttäuschungen einer rückwärtsgewandten, untergehenden Klasse, die diese alten Städte so populär machen.
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Die Inszenierung der Alltagswelt, Werner Durth
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- 1988
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