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Der Kynismus des Diogenes und der Begriff des Zynismus

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In diesem Buch werden Kynismus und Zynismus nicht wertend voneinander abgegrenzt; es erfolgt weder eine einseitig negative Kritik des Zynismus noch wird Kynismus als einziges Mittel gegen die zynische Korruption der Vernunft empfohlen. Das Buch meidet Moral und Moralisierung, bietet kein Feindbild oder Identifikationsfigur und ist somit kühler und trockener als Peter Sloterdijks spätere Kritik der zynischen Vernunft. Es verdeutlicht den Prozess, in dem der moderne Begriff aus dem antiken entstanden ist, wobei Kynismus als Ausgangspunkt und Potential dargestellt wird. Dies geschieht weniger durch die Definition eines philosophischen Programms, sondern überwiegend durch die Beschreibung der legendären Figur des Protokynikers Diogenes. Diese Erhellung des Begriffs erfolgt ähnlich wie bei Kierkegaard, der den Begriff der Ironie durch Sokrates erläuterte. Allerdings ist das verfügbare Quellenmaterial zu Diogenes heterogener und weniger literarisch gewichtet als die sokratischen Dialoge Platons. Besonders relevant ist der große Bestand an Anekdoten, der in der neuzeitlichen Geschichtsschreibung der Philosophie oft in Mißkredit geraten ist, sowohl durch historische und philologische Kritik als auch durch die Identifikation von Philosophie und Ideengeschichte seit Hegel. Die Arbeit rehabilitiert die Figur des Diogenes und die Anekdote als Medium der Philosophiegeschichte.

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Der Kynismus des Diogenes und der Begriff des Zynismus, Heinrich Niehues-Pröbsting

Langue
Année de publication
1988
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Titre
Der Kynismus des Diogenes und der Begriff des Zynismus
Langue
Allemand
Éditeur
Suhrkamp
Publié
1988
Pages
389
ISBN10
3518283138
ISBN13
9783518283134
Séries
Évaluation
3,5 sur 5
Description
In diesem Buch werden Kynismus und Zynismus nicht wertend voneinander abgegrenzt; es erfolgt weder eine einseitig negative Kritik des Zynismus noch wird Kynismus als einziges Mittel gegen die zynische Korruption der Vernunft empfohlen. Das Buch meidet Moral und Moralisierung, bietet kein Feindbild oder Identifikationsfigur und ist somit kühler und trockener als Peter Sloterdijks spätere Kritik der zynischen Vernunft. Es verdeutlicht den Prozess, in dem der moderne Begriff aus dem antiken entstanden ist, wobei Kynismus als Ausgangspunkt und Potential dargestellt wird. Dies geschieht weniger durch die Definition eines philosophischen Programms, sondern überwiegend durch die Beschreibung der legendären Figur des Protokynikers Diogenes. Diese Erhellung des Begriffs erfolgt ähnlich wie bei Kierkegaard, der den Begriff der Ironie durch Sokrates erläuterte. Allerdings ist das verfügbare Quellenmaterial zu Diogenes heterogener und weniger literarisch gewichtet als die sokratischen Dialoge Platons. Besonders relevant ist der große Bestand an Anekdoten, der in der neuzeitlichen Geschichtsschreibung der Philosophie oft in Mißkredit geraten ist, sowohl durch historische und philologische Kritik als auch durch die Identifikation von Philosophie und Ideengeschichte seit Hegel. Die Arbeit rehabilitiert die Figur des Diogenes und die Anekdote als Medium der Philosophiegeschichte.