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Das Laboratorium der Poesie

Chemie und Poetik im Werk Friedrich Schlegels

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Chemische Bilder lassen sich bei den Frühromantikern – allen voran bei ihrem theoretischen Kopf Friedrich Schlegel – überall finden. Die Poesie, so liest man immer wieder, „verschmilzt“, „mischt“, „saturirt“, „oxydirt“. Die zentrale These dieses Buches lautet, dass die Chemie bei Schlegel nicht nur Lieferant hübscher Metaphern ist, sondern dass sie als Leitmodell des frühromantischen Projekts selbst herhält. Dass die Konzeption der modernen Poesie chemisch ausfällt, hängt mit der Verwirrung zusammen, in der sich die Chemie um 1800 befindet. Sie schlägt einen Spagat zwischen mathematischer Formalisierung und alchemistischer Materialität, zwischen Mechanismus und Organismus, zwischen Kombinatorik und Wahlverwandtschaft. Ausgerechnet diese (wissenschaftlich unhaltbare) Zwischenstellung macht sie zur wirksamsten Allegorie des poetologischen Programms der Frühromantik. Ihr Ehrgeiz liegt ja darin, die von der Ästhetik geerbte organisch-teleologische Beschreibung des Kunstwerks mit einer Beschreibung zu ersetzen, die unsere Aufmerksamkeit auf die experimentelle, fragmentarische, unverständliche — mit einem Wort: moderne — Schriftlichkeit der Poesie lenkt. Für ein solches Modell, so zeigt die vorliegende Studie, reichten die vorhandenen poetologischen und ästhetischen Begriffe schlicht nicht aus. Daher erfolgt die weitreichendste Formulierung romantischer Poetik in der Sprache der „Mischungskunde und Scheidekunst“.

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Das Laboratorium der Poesie, Michel Chaouli

Langue
Année de publication
2004
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(souple),
État du livre
Très bon
Prix
6,99 €

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Titre
Das Laboratorium der Poesie
Sous-titre
Chemie und Poetik im Werk Friedrich Schlegels
Langue
Allemand
Éditeur
Schöningh
Publié
2004
Format
souple
Pages
226
ISBN10
3506717014
ISBN13
9783506717016
Séries
Description
Chemische Bilder lassen sich bei den Frühromantikern – allen voran bei ihrem theoretischen Kopf Friedrich Schlegel – überall finden. Die Poesie, so liest man immer wieder, „verschmilzt“, „mischt“, „saturirt“, „oxydirt“. Die zentrale These dieses Buches lautet, dass die Chemie bei Schlegel nicht nur Lieferant hübscher Metaphern ist, sondern dass sie als Leitmodell des frühromantischen Projekts selbst herhält. Dass die Konzeption der modernen Poesie chemisch ausfällt, hängt mit der Verwirrung zusammen, in der sich die Chemie um 1800 befindet. Sie schlägt einen Spagat zwischen mathematischer Formalisierung und alchemistischer Materialität, zwischen Mechanismus und Organismus, zwischen Kombinatorik und Wahlverwandtschaft. Ausgerechnet diese (wissenschaftlich unhaltbare) Zwischenstellung macht sie zur wirksamsten Allegorie des poetologischen Programms der Frühromantik. Ihr Ehrgeiz liegt ja darin, die von der Ästhetik geerbte organisch-teleologische Beschreibung des Kunstwerks mit einer Beschreibung zu ersetzen, die unsere Aufmerksamkeit auf die experimentelle, fragmentarische, unverständliche — mit einem Wort: moderne — Schriftlichkeit der Poesie lenkt. Für ein solches Modell, so zeigt die vorliegende Studie, reichten die vorhandenen poetologischen und ästhetischen Begriffe schlicht nicht aus. Daher erfolgt die weitreichendste Formulierung romantischer Poetik in der Sprache der „Mischungskunde und Scheidekunst“.