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FRIEDRICH SCHORLEMMER: Wer laufend nur gegen das Unglück kämpft, ohne selber glücklich zu sein, der kann andere nicht mobilisieren. Wer im Zorn auf die Zustände der Welt nicht auch eine bestimmte Gelassenheit lebt, der gefährdet seine Seele. Ich vermute, dass die großen Ideologen sehr unglückliche Menschen sind. HANS-DIETER SCHÜTT: Nun leben wir in einer Gesellschaft, in der Glück sehr massiv an Erfolg, an Sieg gebunden ist. FRIEDRICH SCHORLEMMER: Eben deshalb muss an der Gegenwelt gebaut werden. Es gibt einen Stolz des Scheiterns – gegenüber diesen fatalen Erfolgs-Maßstäben. Eine Gesellschaft ist dann human, wenn auch der Verlierer glücklich sein kann. Indem er sich nämlich darauf besinnen darf, was er hat, nicht auf das, was andere mehr haben. Ich sage jeden Morgen: Mein Gott, schon wieder ein Tag! Heute eine gelungene Zeile von Goethe lesen, ein paar Töne Brahms hören, Cello-Konzerte mit Casals. Davon noch einen Tag und noch einen Tag! Die Tage werden nicht reichen! Natürlich gibt es Stunden, da erreicht mich nichts. Aber auch dann weiß ich, dass ich über einen Resonanzraum in mir verfüge, den die Sorgen nicht zubetonieren können.

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Schorlemmer, Hans-Dieter Schütt, Friedrich Schorlemmer

Langue
Année de publication
2007
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(souple),
État du livre
Abîmé
Prix
3,02 €

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Titre
Schorlemmer
Langue
Allemand
Éditeur
Dietz
Publié
2007
Format
souple
Pages
255
ISBN10
3320020978
ISBN13
9783320020972
Séries
Description
FRIEDRICH SCHORLEMMER: Wer laufend nur gegen das Unglück kämpft, ohne selber glücklich zu sein, der kann andere nicht mobilisieren. Wer im Zorn auf die Zustände der Welt nicht auch eine bestimmte Gelassenheit lebt, der gefährdet seine Seele. Ich vermute, dass die großen Ideologen sehr unglückliche Menschen sind. HANS-DIETER SCHÜTT: Nun leben wir in einer Gesellschaft, in der Glück sehr massiv an Erfolg, an Sieg gebunden ist. FRIEDRICH SCHORLEMMER: Eben deshalb muss an der Gegenwelt gebaut werden. Es gibt einen Stolz des Scheiterns – gegenüber diesen fatalen Erfolgs-Maßstäben. Eine Gesellschaft ist dann human, wenn auch der Verlierer glücklich sein kann. Indem er sich nämlich darauf besinnen darf, was er hat, nicht auf das, was andere mehr haben. Ich sage jeden Morgen: Mein Gott, schon wieder ein Tag! Heute eine gelungene Zeile von Goethe lesen, ein paar Töne Brahms hören, Cello-Konzerte mit Casals. Davon noch einen Tag und noch einen Tag! Die Tage werden nicht reichen! Natürlich gibt es Stunden, da erreicht mich nichts. Aber auch dann weiß ich, dass ich über einen Resonanzraum in mir verfüge, den die Sorgen nicht zubetonieren können.