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Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft - 1070: Die Intellektuellen und die Nation

Eine deutsche Achsenzeit

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Im Jahrhundert zwischen Aufklärung und Bismarcks Reichsgründung konnte sich Deutschland vor allem als Kulturnation beschreiben. Das aufsteigende Bildungsbürgertum und bestimmte Intellektuelle traten als Konstrukteure der nationalen Identität auf. Aus einer gewissen Distanz zur Gesellschaft entwarfen sie das Volk und die Nation als kollektives Fundament für eine unruhige Moderne. Diese Vorstellungen nationaler Identität entwickelten sich zunächst in anspruchsvollen Diskursen innerhalb der Intellektuellenzirkel und fanden dann in trivialisierter Form in der Gesellschaft Verbreitung. Neue Generationen von Intellektuellen distanzierten sich von diesen Trivialisierungen und schufen neue Entwürfe nationaler Identität. Die Romantiker etwa wandten sich vom Patriotismus der Aufklärung ab, während die Vormärzintellektuellen den transzendenten Volksbegriff der Romantik durch die Vorstellung des „Volkes auf der Barrikade“ ersetzten. So wurde ein Repertoire von Codierungen nationaler Identität entwickelt, das bis zur Wiedervereinigung auch für das staatlich geteilte Deutschland von Bedeutung war. Der moralisch orientierte Patriotismus der Aufklärung, der ästhetische Volksbegriff der Romantik, der demokratische Volksbegriff der Vormärzintellektuellen und die realpolitische Idee der Reichsnation prägten diese Entwicklung maßgeblich.

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Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft - 1070: Die Intellektuellen und die Nation, Bernhard Giesen

Langue
Année de publication
1993
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État du livre
Abîmé
Prix
8,67 €

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Titre
Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft - 1070: Die Intellektuellen und die Nation
Sous-titre
Eine deutsche Achsenzeit
Langue
Allemand
Publié
1993
Format
souple
Pages
280
ISBN10
3518286706
ISBN13
9783518286708
Séries
Description
Im Jahrhundert zwischen Aufklärung und Bismarcks Reichsgründung konnte sich Deutschland vor allem als Kulturnation beschreiben. Das aufsteigende Bildungsbürgertum und bestimmte Intellektuelle traten als Konstrukteure der nationalen Identität auf. Aus einer gewissen Distanz zur Gesellschaft entwarfen sie das Volk und die Nation als kollektives Fundament für eine unruhige Moderne. Diese Vorstellungen nationaler Identität entwickelten sich zunächst in anspruchsvollen Diskursen innerhalb der Intellektuellenzirkel und fanden dann in trivialisierter Form in der Gesellschaft Verbreitung. Neue Generationen von Intellektuellen distanzierten sich von diesen Trivialisierungen und schufen neue Entwürfe nationaler Identität. Die Romantiker etwa wandten sich vom Patriotismus der Aufklärung ab, während die Vormärzintellektuellen den transzendenten Volksbegriff der Romantik durch die Vorstellung des „Volkes auf der Barrikade“ ersetzten. So wurde ein Repertoire von Codierungen nationaler Identität entwickelt, das bis zur Wiedervereinigung auch für das staatlich geteilte Deutschland von Bedeutung war. Der moralisch orientierte Patriotismus der Aufklärung, der ästhetische Volksbegriff der Romantik, der demokratische Volksbegriff der Vormärzintellektuellen und die realpolitische Idee der Reichsnation prägten diese Entwicklung maßgeblich.