Der vorliegende Band dokumentiert mit seinen Beiträgen einen weiteren Schritt in der Forschung zum Werk Alberts des Großen. Mit jedem Schritt im Fortgang der Edition seiner Werke und mit jeder Studie zu den gesicherten und aus ihren Quellen sichtbar gemachten Texten gewinnt die Bedeutung Alberts für die Entwicklung des mittelalterlichen Denkens an Tiefenschärfe. Wie wenige andere der großen Theologen und Philosophen hat sich Albert einer Scheidelinie gegenüber gesehen. Welchen Weg Albert in Antwort auf diese Herausforderung einschlägt – man könnte ihn die Via Alberti nennen – ist geradezu minutiös an seinen Werken ablesbar: Er besteht zum einen darin, das neue Gedankengut intensiv zu studieren. Zum anderen besteht sein Weg darin, die Auseinandersetzung mit den neuen Lehren zu suchen, sie nicht nur zu kommentieren und selektiv zum Bekannten hinzuzufügen, sondern sie kritisch einzuordnen und ihre inhaltlichen und formalen Strukturelemente für eine zu suchende neue wissenschaftliche Weltdeutung fruchtbar zu machen, einer Weltdeutung, die die problematischen Engführungen der rezipierten Weltsicht sprengt und zugleich deren wichtige Einsichten aufgreift und nutzt.
Ludger Honnefelder Livres






La métaphysique comme science transcendantale
- 121pages
- 5 heures de lecture
Les six leçons présentées dans cet ouvrage constituent la version écrite des conférences données par l'auteur dans le cadre de la Chaire Etienne Gilson de la Faculté de philosophie de l'Institut catholique de Paris Comment peut-on penser une métaphysique en-deçà du point de vue de l'intellect divin qui représenterait néanmoins une "philosophie première" comprenant le tout et méditant son unité ? En suivant le fil conducteur des travaux de Suarez, Wolff et Kant, l'auteur met à jour le "deuxième commencement" de la métaphysique au Moyen Age initiant le statut moderne de la philosophie et de la métaphysique.
Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik 7/2002
- 521pages
- 19 heures de lecture
This yearbook aims to provide an academic forum to promote interdisciplinary discussion of the ethical questions arising from modern developments in science and technology. Each volume contains papers, reports and documents.
Kaum ein anderes Handlungsfeld der modernen biowissenschaftlichen Forschung und Technologie beschäftigt die Öffentlichkeit so stark wie das Klonen, vor allem in seinen Anwendungsmöglichkeiten beim Menschen. Mit der Erzeugung des Klonschafs Dolly (1997) rückte das reproduktive Klonen von Säugetieren in den Bereich des Machbaren, durch die erstmalige Identifizierung menschlicher embryonaler Stammzellen (1998) geriet die Klonierung als biomedizinische Forschungsmethode in den Blick. Seitdem hat die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen des reproduktiven wie des »therapeutischen« Klonens die weltweite bioethische Diskussion nachhaltig geprägt. Hochrangige internationale Wissenschaftler verschiedener Disziplinen stellen in diesem Band den aktuellen Forschungsstand zum Klonen in biomedizinischer Forschung und Reproduktion vor: Möglichkeiten, Methoden und Zielsetzungen der Klonierung ebenso wie Aspekte der ethischen Vertretbarkeit, der sozialen Folgen und des rechtlichen Regelungsbedarfs.
Scientia transcendens
Die formale Bestimmung von Seiendheit und Realität in der Metaphysik des Mittelalters und der Neuzeit
Die Tradition der Metaphysik, auf die sich die Neuzeit bezieht, verdankt ihre Physiognomie den systematischen Ansätzen, die den nach Aristoteles »zweiten« Anfang der Metaphysik im 13. Jahrhundert bestimmen. Der Zusammenhang zwischen mittelalterlicher und neuzeitlicher Metaphysik sowie Metaphysikkritik ist jedoch noch unzureichend erforscht. Diese Untersuchung fokussiert den einflussreichsten mittelalterlichen Ansatz von Johannes Duns Scotus und verfolgt dessen Rezeption und Transformation über Francisco Suárez und Christian Wolff bis hin zu Immanuel Kant und Charles Sanders Peirce. Scotus versteht Metaphysik als Wissenschaft vom Seienden als Seienden, jedoch nicht als Wissenschaft vom ersten ausgezeichneten Seienden, sondern als Wissenschaft vom ersterkannten Begriff des Seienden. Dieser Begriff wird nur im Rückgang auf die Voraussetzungen unserer kategorialen Prädikate erfasst und entfaltet sich durch modale Bestimmungen. Scotus fasst Metaphysik als »Transzendentalwissenschaft« (scientia transcendens) und ordnet ihr die formalmodale Bestimmung und Explikation der »ratio entis« zu. Die Erkenntnis des unendlichen Seienden ist Teil dieser Explikation und nur als solche möglich. Die neuzeitliche Metaphysik, oft als Traditionsbruch zur Metaphysik des Thomas von Aquin betrachtet, erweist sich im Licht von Scotus' Konzept als Ergebnis einer kritischen Transformation.
John Duns Scotus
- 608pages
- 22 heures de lecture

