Mit diesem Buch bietet einer der angesehensten Wissenschaftler der südasischen Kulturtraditionen eine klare und umfassende Sicht auf die Geschichte und die Bedeutung der verschiedenen philosophischen Dimensionen der indischen Lehren über Karma und Wiedergeburt: zwei eng miteinander verbundene Konzepte, deren Bereiche das gesamte Spektrum des menschlichen Erlebens, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abdecken. Tatsächlich bezeichnet das Sanskritwort "karman" das Handeln und Tun im weitesten Sinne, während die Idee der „Wiedergeburt“ – vermittelt durch den Sanskritbegriff "samsara" – immer in Bezug auf die unterschiedlichen Arten steht, die Konsequenzen zu verstehen, die aus diesem Handeln resultieren. Es gibt keine Handlung, die nicht von den Auswirkungen des früheren Handelns beeinflusst wird, ebenso wie es keine gegenwärtige Geste gibt, die nicht mit Ängsten und Hoffnungen in Bezug auf das, was sie hervorrufen wird, verbunden ist. Auf welche Weise die Geste zur Handlung wird und die Handlung mit notwendigen Konsequenzen verknüpft wird, ist das Thema, das Wilhelm Halbfass aus der intellektuellen Geschichte Südasien heraus behandelt und dabei Probleme und Fragen aufwirft, die weit über die Analyse spezifischer Aspekte der indologischen Studien hinausgehen.
Wilhelm Halbfass Ordre des livres (chronologique)



Indien und Europa
- 550pages
- 20 heures de lecture
Dieses Buch untersucht die intellektuelle Begegnung Indiens und des Westens von der vordekadentischen Antike bis zur Gegenwart. Es beleuchtet Indiens Rolle im europäischen philosophischen Denken sowie die Rezeption europäischer Philosophie im indischen Denken. Halbfass betrachtet auch die Spannungen in Indien zwischen einem traditionellen und einem modernen Selbstverständnis. Halbfass behandelt in dieser Studie eine Vielzahl von Epochen und "Kulturen", ohne zu vereinfachen und ohne ablenkende Tonwechsel. Die methodologische Einheit des Bandes spiegelt sich in Halbfass' Verweis auf die deutsche hermeneutische Tradition und seine grundlegende Charakterisierung der Begegnung zwischen Indien und dem Westen als dynamisch wider. Es ist ein Beitrag, der in der interpretativen Tradition verwurzelt ist, die durch das Werk von Heidegger, Gadamer und Habermas geprägt ist.