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Weder Opfer noch Henker

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„Wir wissen heute, dass es keine Inseln mehr gibt, dass die Grenzen sinnlos sind. Wir wissen, dass wir in einer Welt der konstanten Beschleunigung je nachdem zur Mitschuld oder zur Solidarität gezwungen werden. Was wir in den 40er Jahren gelernt haben, ist, dass die Beschimpfung eines Studenten in Prag gleichzeitig den Arbeiter in Clichy traf, dass das irgendwo an den Ufern eines mitteleuropäischen Flusses vergossene Blut dazu führte, dass ein Bauer aus Texas das seinige auf dem Boden jener Ardennen verlor, die er erstmals sah. Es gab und gibt auf dieser Welt kein einziges gesondertes Leiden, keine einzige Folter mehr, die sich nicht auf unseren Alltag auswirkte. Wir wissen also alle ohne den Schatten eines Zweifels, dass die neue Ordnung, die wir suchen, keine ausschließlich nationale, nicht einmal eine kontinentale und vor allem keine westliche oder östliche Ordnung sein kann. Es muss eine universale Ordnung sein.“

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Weder Opfer noch Henker, Albert Camus

Langue
Année de publication
1996
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Langue
Allemand
Éditeur
Diogenes
Publié
1996
Format
souple
Pages
132
ISBN10
3257700423
ISBN13
9783257700428
Séries
Titre original
Ni victimes ni bourreaux
Évaluation
3,95 sur 5
Description
„Wir wissen heute, dass es keine Inseln mehr gibt, dass die Grenzen sinnlos sind. Wir wissen, dass wir in einer Welt der konstanten Beschleunigung je nachdem zur Mitschuld oder zur Solidarität gezwungen werden. Was wir in den 40er Jahren gelernt haben, ist, dass die Beschimpfung eines Studenten in Prag gleichzeitig den Arbeiter in Clichy traf, dass das irgendwo an den Ufern eines mitteleuropäischen Flusses vergossene Blut dazu führte, dass ein Bauer aus Texas das seinige auf dem Boden jener Ardennen verlor, die er erstmals sah. Es gab und gibt auf dieser Welt kein einziges gesondertes Leiden, keine einzige Folter mehr, die sich nicht auf unseren Alltag auswirkte. Wir wissen also alle ohne den Schatten eines Zweifels, dass die neue Ordnung, die wir suchen, keine ausschließlich nationale, nicht einmal eine kontinentale und vor allem keine westliche oder östliche Ordnung sein kann. Es muss eine universale Ordnung sein.“